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Der jüdische Student · 1929-04-01 · Heft 3-4 (April 1929) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
26 (1929)
Issue
Heft 3-4 (April 1929)
Date
1929-04-01
Page
[Seite] (sequence 35)
Language
German
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kein Zufall, daß gerade wir uns jetzt bemühen, einer Anzahl aus Deutschland stammender Chaluzim zur Ansiedelung in Palästina auf solchen Grundlagen zu verhelfen. Wenn sich erst einmal klar durchgesetzt hat, was in Palästina in der Landwirtschaft geschehen kann und soll, so wird die jetzige Krise überwunden werden und wir werden, wenn die allgemeinen! Verhältnisse sich einigermaßen bessern, eine neue Palästmabewegunig der Jugend erleben. Früher galt es geradezu als unmoralisch, wenn ein Chaluz Geld hatte. Wir müssen heute umgekehrt sagen, daß der Chaluz, der zur Ansiedlung gelangen will, sich nach Möglichkeit ein kleines Kapital verschaffen soll, denn die Ansiedlung wird künftig gerade auf solchen Elementen beruhen, die wirklich arbeitende Pflanzer und Farmer sind, die aber zugleich auch etwas Mittel besitzen und durch diese beiden Voraussetzungen den ersten Anspruch auf Ansiedlung erwerben. Aber auch unsere älteren Generationen, unsere Alten Herren, können sich an der Palästinaarbeit auf viele Weise beteiligen. Manche haben sich unserem Alten Herrn Brünn angeschlossen, und ähnliche Gründungen werden hoffentlich noch entstehen; andere werden sich für industrielle Dinge interessieren und allen soll die Möglichkeit gegeben werden, über die Entwicklung Palästinas auf dem laufenden zu bleiben und mindestens durch ihr Interesse hier zu bekunden, daß Zionismus kein leeres Wort für sie ist. Wir denken daran, Fachvereinigungen von Aerzten und Ingenieuren zu schaffen, die sich mit den Aufbauproblemen beschäftigen sollen. Der Palästina-J. St. war ein Versuch, den lebendigen Zusammenhang zwischen dem Kartell und Palästina zu pflegen. Man kann nicht alle Möglichkeiten dieser Art theorethisch erschöpfen, man muß sich ständig bemühen etwas zu tun, um die Bewegung hier lebendig zu erhalten. Selbstverständlich wird das alles leichter werden und besser gehen, wenn der allgemeine Zustand in Palästina sich gebessert und unsere Politik wieder größere Erfolge hat. Das ist ein besonderes Kapitel, welches hier nicht in diesem Zusammenhang behandelt werden kann. Klar ist, daß mit dem allgemeinen Aufschwung des Landes auch der Anteil des deutschen Zionismus an der Palästinaarbeit wieder größer werden wird. Die großen Fragen der Politik und Wirtschaft des Zionismus kann man gewiß verschiedenartig beantworten. Ich kann nur die revisionistische Antwort geben, welche in der Forderung nach dem Kolonisationsregime gipfelt, welche die wirtschaftliche Arbeit nicht im wesentlichen auf Sammelfonds basieren will, sondern auf einer kontrollierten Privatinitiative, die das Ergebnis besserer wirtschaftlicher und politischer Bedingungen sein wird. Mögen andere Richtungen ihre Meinung vortragen — entscheidend für das Leben des Kartells ist, daß sich alle Bundesbrüder und hier vor allem die Alten Herren dauernd und ernsthaft um die Klärung dieser Grundfragen bemühen und an der Organisationsarbeit und Politik wieder aktiven Anteil nehmen. Aus dieser Auseinandersetzung, aus diesem Kampf der Meinungen wird schließlich das hervorgehen, was ich im Anfang als Ziel unserer Bemühung hinstellte, jene communis opinio der Zionisten im Bezug auf die nationalen, politischen und wirtschaftlichen Grundfragen, ohne die ein einmütiges Zusammenarbeiten im Pionierstadium nicht möglich ist. Daran fehlt es heute, und diesen 35

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