Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 26 (1929)
- Issue
- Heft 3-4 (April 1929)
- Date
- 1929-04-01
- Page
- [Seite] (sequence 30)
- Language
- German
- Belongs to
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Euch, Ihr wißt nicht viel von uns. Das soll in Zukunft nicht mehr richtig sein. Wir wissen, daß Meinungsverschiedenheiten ewig sein werden. Wir kommen als eine Individualität, gebildet durch ein lOjähriges Fürunssein. Wir wollen keine Parteipölitik im engsten Sinne. Das K. J. V. soll die große Erziehungsanstalt sein für die akademische zionistische Jugend, die später Leistungen aufweisen soll. Wir bilden uns nicht ein, durch diese Reunion dem K. J. V. die absolut primäre Stellung wieder zu erringen, die es einmal vor dem Kriege gehabt hat. Wir wollen Meinungen klären, wollen junge Menschen an uns heranziehen und bilden. Wir sind uns klar darüber, daß vielleicht wieder einmal Meinungsverschiedenheiten im K. J. V. entstehen werden. Aber sie werden sich nicht in den früheren Bruchlinien K. J. V. und B. Z. K. bewegen. Wenn Fronten entstehen, werden es andere sein, die dann vielleicht quer zu den bisherigen verlaufen werden. Wir kommen zu Euch mit der Absicht, wieder ganze K. J. V.er zu sein und hoffen, daß Ihr mit uns zusammen arbeiten werdet, in dem Sinne, wie es früher gewesen, ohne Vorbehalte, ohne vorgefaßte Meinungen. Es gibt für uns nur ein Ziel: Palästina, und dieses eine große Ziel verträgt wohl Meinungsverschiedenheiten, aber keine ausgesprochenen Parteiungen in einer so auf die Eroberung Palästinas eingestellten Bewegung wie es das K. J. V. ist." Kurt Blurnenfeld: „Ich freue mich, Euch hier begrüßen zu können in dem Augenblick, wo die Vereinigung der zionistischen Studentenschaft wieder zur Tatsache geworden ist. Es ist für mich wichtig, gerade in diesem Augenblick vor diesem Kartelltag zu Euch zu sprechen, in der doppelten Eigenschaft als Vorsitzender der Z. V. f. D. und als Bundesbruder. Wir bilden jetzt einen Bund, und miteinander zu leben, ist oft schwerer als neben- oder gegeneinander zu leben. Vor dem Krieg war es vielleicht schwer, Zionist zu werden, aber es war gar nicht so schwer, Zionist zu sei n. Heute ist es gar nicht so schwer, Zionist zu werden!, aber es ist ungeheuer schwer, als Zionist zu leben. Wir sind alle gemeinsam unzulängliche Diener einer gewaltigen Sache; die Maßstäbe kommen aus dem Zionismus, und es sind objektive Maßstäbe. Wir brauchen neue Mittel, eine neue Machtentfaltung der zionistischen Idee, Bewegung und Organisation. Sie setzt sich zusammen aus den Leistungen der einzelnen Zionisten. Bessere und schlechtere gibt es bestimmt unter ihnen; solche, die sich Mühe geben und solche, die es nicht tun. Werten kann man nur den guten Willen'. Ich habe mich gefreut, daß Bundesbruder Schloß hier gesprochen hat, und gerade seine Worte zeigten mir, daß es bald keine Unterschiede im K. J. V. mehr geben wird, daß wir alle dann gemeinsam im Dienste unserer Sache als Bundesbrüder an diesem Werk mitarbeiten werden. Wir können stolz sein, daß wir gewürdigt sind, dieser Sache zu dienen, aber bescheiden, wenn wir an das denken, was wir tun können. Ich hoffe, daß die Maßstäbe nicht sinken werden. Ich habe hier mit Euch) die Begrüßung von Justus Schloß gehört, die geeignet war, persönliche Erinnerungen aufzufrischen: wir haben uns geduzt und haben uns ver^ kracht und haben uns gesiezt. Und ich glaube, daß wir nun so gut zu- 30