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Der jüdische Student · 1929-04-01 · Heft 3-4 (April 1929) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
26 (1929)
Issue
Heft 3-4 (April 1929)
Date
1929-04-01
Page
[Seite] (sequence 29)
Language
German
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des K. J. V. und des B. Z. K. vom 24, Oktober 1928 und 17. Januar 1<929 und stimmt der Aufnahme des B. Z. K. in das K.J.V. zu. Es wird namentliche Abstimmung beantragt und durchgeführt. Herrnann Lelewer (als Vorsitzender): „Der Antrag ist statutengemäß mit qualifizierter Mehrheit angenommen, und zwar haben 57 Delegierte für, 7 gegen den Antrag gestimmt, 8 haben sich der Stimmabgabe enthalten. Ich werde jetzt die in Frankfurt anwesenden Delegierten des B. Z. K. einladen lassen, hier im Saale zu erscheinen und an unseren weiteren Beratungen teilzunehmen." Nach einer kurzen Pause treffen als Delegierte des ehemaligen B. Z. K. die Bundesbrüder Schloß, Simon, Lewin und Steinitz ein und nehmen an einem Delegiertentisch Platz. Richard Lichtheim: „Ich habe die freudige Genugtuung, in unserem Kreise die Vertreter des B. Z. K. begrüßen zu können, die nach den von den beiden Kartellen gefaßten Beschlüssen wieder unsere Bundesbrüder geworden sind. Ich heiße sie auf das herzlichste willkommen. Wir vom Präsidium, die diese Sache vorbereitet haben, sind tief davon überzeugt, daß unser Entschluß gut, richtig und nützlich war für das K. J. V. und darüber hinaus für den deutschen Zionismus. Ich kann unseren neuen Bundesbrüdern versichern, daß wir sie hier mit den herzlichsten Gefühlen aufnehmen. Ich freue mich, daß wir diese Stunde hier erleben können und bitte Euch, von nun an als Bundesbrüder an unseren Verhandlungen teilzunehmen." Justus Schloß: „Liebe Bundesbrüder, so darf ich jetzt sagen, und muß gestehen, daß ich es nach 10 Jahren der Trennung mit einiger Rührung ausspreche. 10 Jahre lang gab es ein K. J. V. und ein B. Z. K. Sehr viele unter Euch und sehr viele vom B. Z. K. — die ganze jüngere Generation — weiß seit Jahren nicht mehr, was eigentlich die Gründe jener Sezession gewesen sind, Sie heute aufzurollen, ist nicht meine Aufgabe. Diese Trennung erfolgte in einer Zeit stärkster Gärung. Es wäre ein Wunder gewesen, wenn alle die Gegensätze der Umwelt nicht im K. J. V. sich widergespiegelt hätten, und so ist es gekommen, daß in jener Zeit allgemeiner Gärung auch bei uns sich Meinungsverschiedenheiten gezeigt haben. Was muß man verlangen? Welches ist unsere Einstellung zu Palästina und zum Galuth? In diese Fragen wurde alles hineingelegt. Damals entstand — persönlich begreiflich, aber sachlich höchst bedenklich — jene gefährliche Unterscheidung zwischen guten und schlechten Zionisten. Was alles damals gewesen ist, will ich im einzelnen nicht noch einmal sagen. Die Kernfrage ist: was ist das Primäre? Die Probleme, die damals akut gewesen sind, sind nicht verschwunden, aber sie haben jene aktuelle, bis aufs letzte gehende und trennende Bedeutung verloren. So kommen wir heute in der Form der Wiedervereinigung zum K. J. V. zurück als gute Bundesbrüder. Wir kommen ohne Vorbehalte und bitten Euch, auch ohne Vorbehalte zu kommen. Ich weiß, daß 10 Jahre einer engsten Konkurrenz Mißverständnisse, Vorbehalte entstehen lassen. Wir wissen nicht viel von 29

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