Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 26 (1929)
- Issue
- Heft 3-4 (April 1929)
- Date
- 1929-04-01
- Page
- [Seite] (sequence 28)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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dierung fortschreiten, es möglich werden wird, eine Auseinandersetzung zu betreiben, wie sie zionistisch notwendig ist." Die Generaldebatte zum Rechenschaftsbericht war damit beendet. Kurt Tuchler (Schlußwort): „B l u m e n f e 1 d hat zu meiner Freude nicht sowohl die Arbeit des Präsidiums kritisiert, wie meinen Bericht. Das ist mir lieber, als wäre es umgekehrt. Für diesen Bericht trage ich die persönliche Verantwortung und ich stehe zu jedem Wort, das ich gesprochen habe und zu dem, was Ihr als scharf empfunden habt. Aber soweit ich scharf war, befand ich mich in einer Abwehr. Nun hat Blumenfeld gesagt, ich wäre etwas unbescheiden gewesen. Nun, Ihr werdet den Bericht nachlesen und werdet finden, daß ich immer gesagt habe, hier ist ein Anfang, ein erster Schritt. Ob das unbescheiden ist, weiß ich nicht. Ich muß auch hier K a n o w i t z zitieren, der mir erklärt hat, besonders unsere Bescheidenheit hätte ihm gefallen. Ueber die Fusion sind wir uns im Prinzip alle einig. Aber einige kommen und sagen, es sei zu früh. Ich beantworte diese Frage des Zuspät, Zufrüh damit: jetzt ist die richtige Zeit. Tannenbaum behauptet, wir hätten Euch überrumpelt, das ist unrichtig. Wir hatten nur eine unverbindliche Besprechung, dann haben wir jede Verbindung, jeden Bezirksverband, jeden Altherrenbund benachrichtigt. Und es wurde uns geantwortet, daß man die Wiedervereinigung stürmisch begrüße. Diese Zustimmungserklärungen waren bei weitem überwiegend. Daher halten wir uns für berechtigt, heute hier die Wiedervereinigung zu beantragen. Es ist eine undankbare Aufgabe, einen nüchternen Bericht zu geben. Ich habe mich dieser undankbaren Aufgabe unterzogen, und ich hätte lieber gesehen, daß man mehr auf die sachlichen Dinge des Berichts eingegangen wäre, als auf die Fusionsfrage. Leider ist das nicht geschehen. Aber die Debatte ist jetzt beendet und ich bitte den Kartelltag, nunmehr über die beiden Anträge des Präsidiums, den Dechargeantrag und den Wiedervereinigungsantrag, abzustimmen/' Der Antrag, dem Präsidium Decharge zu erteilen, liegt in zwei Formulierungen vor: 1. Der Kartelltag erteilt dem Präsidium Decharge mit bundesbrüderlichem Dank für die geleistete große und erfolgreiche Arbeit. 2. Der Kartelltag erteilt dem Präsidium Decharge. Nach kurzer Debatte wird der erste Antrag zurückgezogen, der zweite abgestimmt. Kurt Blumenfeld (als Vorsitzender): „Ich stelle fest, daß dem Präsidium einstimmig Decharge erteilt ist. Wir kommen nun zur Abstimmung über den zweiten Antrag, die Aufnahme des B. Z. K. betreffend." Paul Hirsch: „Dieser Antrag ist eine Statutenänderung und muß mit qualifizierter Mehrheit angenommen werden." Kurt Tuchler schlägt folgende Formulierung vor: Der Kartelltag billigt die beiderseitigen Abmachungen der Präsidien 28