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Der jüdische Student · 1929-04-01 · Heft 3-4 (April 1929) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
26 (1929)
Issue
Heft 3-4 (April 1929)
Date
1929-04-01
Page
[Seite] (sequence 27)
Language
German
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menschlichen Gemeinschaft bieten. Es ist für uns eine menschliche Pflicht, sie heranzuziehen. Nur das K. J. V. kann diese große Anzahl von Alten Herren, die im Berufsleben stehen, und die teilweise nur noch lose persönlich und in der Arbeit mit der Zionistischen Organisation verknüpft sind, nur erneuten Aktivität bringen. Wir können uns dieser Aufgabe nicht entziehen. Denn es muß uns klar sein, daß die B. Z. K.er sich mit jedem Jahre von uns fort entwickeln. Was getan werden muß, muß bald getan werden. Deshalb bitte ich, für die Aufnahme des B. Z. K. zu stimmen. Heinz Simon: „Wir sind dem Präsidium dankbar für die organisatorische Arbeit, die es geleistet hat. Was aber unsere Stellung zum B. Z. K. angeht, so ist die Situation so, daß wir niemals endgültig über diesen Punkt gesprochen haben. Als einmal auf einem Konvent diese Frage zur Debatte stand, gab es Meinungen dafür und dagegen, und es wurden die Bedenken, die ich später noch vorbringen werde, geäußert. Es wurden keine Beschlüsse gefaßt und so existiert kein einheitliches Bild von der Stimmung des Konventes, weil uns kein Material vorlag. Wir wollten unsere endgültige Stellungnahme abhängig machen von dem Bescheid, der uns auf unsere Anfrage vom Präsidium zukam. Wir fragen nicht, ob es im B. Z. K. besser oder schlechter oder genau so gut ist wie bei uns. Uns interessieren andere Dinge. Aber wenn es so schlecht wie wir, sehen wir keinen Grund, uns zu liieren. Wir müssen uns allein leiten lassen von dem zionistischen Verantwortungsgefühl und zunächst die Kräfte im eigenen Lager aufwachsen lassen." Hans Capell: „Wir haben vor zwei Jahren, als Menschen aus dem Blauweiß zu uns kamen, sie zu uns herangezogen. Das war ein viel größeres Wagnis als die B. Z. K.-Fusion, denn es waren Menschen, die an ihrem Zionismus irre geworden waren. Auch Kanowitz hat damals gesagt, daß es die Möglichkeit der Reaktivierung gibt. Uebertragen wir das auf die augenblickliche Situation. Ich bin der Meinung, wenn es eine Möglichkeit gibt, diesen Kreis, der bereits eine zionistische Erziehung hinter sich hat, zu reaktivieren, müssen ihm dieselben Chancen gegeben werden wie den Blau-Weißen; und das ist nur innerhalb des K. J. V. möglich. Es ist doch klar, daß derjenige Zionist, der isoliert dasteht, dem Zionismus verloren gehen kann. Wenn Leute, die außerhalb des K. J. V. und auch außerhalb des deutschen Zionismus gestanden haben, zurückkommen wollen, so ist das nur auf dem Umweg über das K. J. V. möglich. Ich begreife es nicht und es wird vielleicht auch dem Außenstehenden unbegreiflich sein, daß in Deutschland zwei zionistische Studenten-Kartelle bestehen sollen. Man hat dem Bericht, den Tuchler gegeben hat, vorgeworfen, daß er von einer gewissen Selbstgenügsamkeit ist. Man hat gesagt, daß so ein Mensch spreche, der zu der Arbeit des vergangenen Jahres keine kritische Stellung habe. Aber das ist nicht richtig. Organisationsarbeit ist an sich wenig, viel aber in diesem Kartell, in dem einmal ein Kartellpräside sagen durfte, daß sie eine äußerliche Angelegenheit und deshalb unwichtig sei. Es war aber nicht so, daß hinter dem Wunsch nach organisatorischer Arbeit der Wunsch nach einem gewissen minderen Zionismus stand. Und ich glaube, daß wenn wir auf dem Weg der organisatorischen Konsoli- 27

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