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Der jüdische Student · 1929-04-01 · Heft 3-4 (April 1929) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
26 (1929)
Issue
Heft 3-4 (April 1929)
Date
1929-04-01
Page
[Seite] (sequence 26)
Language
German
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Korporationen überweisen. Das Statut schreibt Rücksichtnahme vor. Wir werden sie walten lassen. In 2—3 Semestern existiert diese Frage nicht mehr, soweit sie den heutigen B. Z. K. betrifft." Ludwig Mayer: „Ich finde, das Präsidium hat in seinem Bericht etwas zu geflissentlich seine organisatorische Tätigkeit hervorgehoben. Ich glaube, das tut der Sachlage unrecht. Denn bei der vom Präsidium geleisteten Arbeit handelt es sich doch nicht nur darum, daß einmal ein Camp veranstaltet wurde und ähnliche Dinge. Das, was uns in den vergangenen Jahren gefehlt hat, gerade den Bundesbrüdern, die nicht in Berlin sind, sondern in der Provinz, war vielmehr das Fluidum, welches in einer lebendigen Organisation bestehen muß und das Gefühl, daß ein Zusammenhang da sei. Dieses Gefühl hatten wir in den letzten Jahren vollkommen verloren. Wenn wir Nürnberger Bundesbrüder uns früher auf einer Bezirksverbandssitzung trafen, pflegten wir uns zu fragen: Lebt das K. J.V. noch? Antwort: Jawohl, ich habe eine Nachnahme bekommen. Erst neuerdings habe nicht nur ich, sondern viele mit mir das Gefühl wiederbekommen, es ist ein Zusammenhang da, ein Leben, das sich äußern will. Das Kartell hat wieder das Bewußtsein, daß es lebt. Das geht am besten aus der Tatsache hervor, daß es wieder in der Lage ist zu keilen. Daß es das eine Zeitlang nicht konnte, ist darauf zurückzuführen, daß die Bundesbrüder nicht den Mut hatten zu keilen. Worauf beruht das? Nach meiner Meinung darauf, daß in früheren Jahren das Präsidium zu wenig Wert auf das Kartell an sich gelegt hat, daß man es als Anhängsel irgendwelcher Strömungen draußen betrachtete. Ich hatte damals das Gefühl, daß es jenen Präsidien nicht darauf ankam, dem Kartell einen eigenen Lebenszweck zu geben — der natürlich nur wieder zionistische Betätigung zum Ziel haben konnte — sondern daß man das Kartell als Diskussionstribüne, aber nicht als menschlichen Zusammenschluß angesehen hat. Wir haben, das ist mein Eindruck, in den vergangenen Jahren die Politik der idealen Forderungen gehabt, wie sie hier von Paul Hirsch und M i 11 n e r vertreten worden sind. Das ist ein leichter Standpunkt, aber damit wird man ein Kartell, das auf Erziehung aufgebaut ist, nicht führen können, und das war auch nicht der Sinn, der früher im alten B. J. C, mit dem Zusammenschluß innerhalb des Kartells verbunden wurde. Früher hat man gewußt, daß das Kartell auf zwei Grundsäulen steht, die eine ist üer Zionismus, die andere der menschliche Zusammenschluß. Und dieser ist in den vergangenen Jahren außerordentlich vernachlässigt worden. Im letzten Jahr ist nun der Anfang gemacht, das zu ändern. Wenn wir Erfolg haben wollen, so muß dieser menschliche Zusammenschluß, durch den der Mensch in einen lebendigen Kreis Gleichgesinnter für die zionistische Idee eintritt, wieder zustande kommen. Wenn die Leute nicht arbeiten, dann sind doch wir, die sie erzogen haben, zum großen Teil daran mitschuldig. Zu der Frage B. Z. K. ist das anzuwenden, was ich eben gesagt habe. Es ist richtig, daß sie zionistisch zum großen Teil nicht viel tun. Aber ich bin der festen Ueberzeugung, es sind eine große Anzahl von Kräften darunter, die wir aktivieren können, die wir auf Grund persönlicher oder freundschaftlicher Zusammenhänge unter Mitgliedern dieses Kreises und des unseren gewinnen können, wenn wir ihnen die Möglichkeit einer 26

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