Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 26 (1929)
- Issue
- Heft 3-4 (April 1929)
- Date
- 1929-04-01
- Page
- [Seite] (sequence 24)
- Language
- German
- Belongs to
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Bericht sagen, aber ich werde auch das lieber in die zweite Debatte hereinbringen." Ein Antrag auf Schluß der Debatte wird mit großer Mehrheit abgelehnt. Die Debatte wird nach der Mittagspause fortgesetzt. Paul Hirsch erklärt die Wiederaufnahme des B. Z. K. für unmöglich, da die B. Z. K.er die Maasserforderung ablehnen. „Es ist Vogel Strauß- Politik, zu sagen, wir wissen nicht, ob jemand Maasser zahlt oder nicht. Wir kennen eine große Anzahl unserer Bundesbrüder, die das bereits tun, und wir können nur sagen, hier sind Anfänge vorhanden. Es ist aber natürlich nicht so, daß, seitdem der vorige Kartelltag diesen Beschluß gefaßt hat, alle Bundesbrüder kommen und Maasser zeichnen. Auch dies ist ein Prozeß der Erziehung, der Erziehung der Alten Herren nämlich. Aber wenn wir diese ganz poschete Forderung an uns stellen, so müssen wir erwarten, daß wir diese Forderung auch an die stellen können, die jetzt zu uns hereinkommen. Ich weiß von Aeußerungen von B. Z. K.ern, die sagen, daß, wenn sie eine Erklärung unterschreiben sollen, Maasser zu zahlen, sie nicht eintreten würden. Bundesbrüderlichkeit ist keine Sentimentalität auf Grund einiger schön verlebter Semester. Ich habe erlebt, daß wir uns von Freunden als Bundesbrüdern getrennt haben, weil sie ihren Pflichten nicht nachkommen. Wer die zionistischen Verpflichtungen nicht erfüllt, hat den Ehrennamen des Bruders in einer geschlossenen Organisation, wie Blumenfeld sagt, nicht verdient. Nun sagte Stahl, es sind tätige Menschen, die sich verärgert zurückgezogen haben; sie werden wieder mitarbeiten. Das verstehe ich nicht. Man tut eben seine zionistische Pflicht auf dem Boden, wo es möglich ist. Er sagt, da sind andere, die sich irgendwie in Palästina verwurzelt haben durch Geldgeben oder dergleichen. Das interessiert uns nicht. Wir verlangen keine Reklame, wir verlangen Maasser, weiter nichts. Uns liegt nichts daran, Menschen aus dem Kartell heraus zu drängen. Wenn sie die primitiven Dinge erfüllen, kommt alles andere auch. Nun zur Frage: Wie soll die Einordnung des B.Z.K, ins Kartell erfolgen? Soweit uns bekannt, ist bei den Unterhandlungen erklärt, daß aus unseren Verbindungen Bundesbrüder dorthin überwiesen werden. Aber wir wissen auch nicht, ob eine Mentalreservation dabei gemacht wird und ob die alte Zwirnsche Idee der Ringbildung weiterbesteht. Entweder wir haben ein Einheitskartell, ein Kartell von Menschen, die zusammenkämpfen und Anschauungen durchsetzen wollen, oder wir haben es nicht. Diese beiden Punkte, die mir zur Genüge die Unmöglichkeit der heutigen Fusion klarzulegen scheinen, haben mich veranlaßt, gegen diese Fusion zu sein. Wenn das B. Z. K. bei sich ernsthaft eine Aktion zur Erfüllung primitivster zionistischer Pflichten durchgeführt hat, wird es keine geben, der diesen Wiedereintritt nicht begrüßen wird. Wenn aber das B.Z.K, bis dahin eingegangen ist, ist es ein Partner, über den es sich nicht lohnt zu reden." Richard Lichtheim: „Es widerstrebt mir, mit dem Hauptargument zu kämpfen, das immer wieder vorgebracht wird, mit dem Argument, die B. Z. K.er seien schlechtere Zionisten. Ich lehne diese Differenzierung zwi- 24