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Der jüdische Student · 1929-04-01 · Heft 3-4 (April 1929) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
26 (1929)
Issue
Heft 3-4 (April 1929)
Date
1929-04-01
Page
[Seite] (sequence 23)
Language
German
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wie auch ganze Entwicklungsphasen unbekannt sind, wie wir zwar führten, aber doch getrieben von vorhandenen Kräften. Nun als einziges Wort der Kritik, indem ich mich mit dem Präsidium beschäftige: ich habe das Referat von Tuchler in seiner Gesamthaltung bedauert. Es war eine vollkommen einseitige Darstellung, nicht nur für die Gegenwart, sondern auch für die fernste Vergangenheit, auch in Formulierungen, die man nur sehr schwer vertragen kann. Als Vorsitzender der Z. V. f. D. habe ich schon oft einen Rechenschaftsbericht erstattet, aber noch nie einen, der so voll war von Zufriedenheit. Ich finde das peinlich in einem bundesbrüderlichen Kreis und möchte gerade jetzt sagen, daß ich sehr zufrieden bin mit der Arbeit, die das Präsidium geleistet hat. Das hätte es sich aber nur von uns sagen lassen müssen. Ich bin hierhergekommen, um für die Wiederwahl von Lichtheim zu stimmen. Und es ist vielleicht heute Zeit, hier die warnende Stimme zu erheben. Wir haben in Wahrheit im Kartell ein richtiges Parteisystem, das zeigt sich hier mehr noch beim Beifall als bei den Reden. Wenn ich danach die Arbeit beurteilen sollte, die geheime, nicht die offene, — die Wirkung einer solchen persönlichen Bearbeitung kann man bei einer solchen Tagung sehen — so hat man nichts dazu getan, um die vorhandenen Spannungen zu beseitigen. Gerade weil es so ist, bin ich für die Aufnahme des B. Z. K. in unser Kartell. Man wird sich darüber wundern, denn ich hätte am meisten Grund, dagegen zu sein. Ich habe diese Spaltung provoziert. In diesen beiden Gruppen spielte sich ein entscheidender Kampf im deutschen Zionismus ab, und ich glaube, daß das, was heute deutscher Zionismus ist, nur möglich war nach dieser Spaltung. Man sollte aufhören, damit zu argumentieren, das B. Z. K. ist schlecht, das K. j. V. ist besser. Es ist sinnlos, eine organisatorische Trennung zu machen gegenüber einem anderen Gebilde, das ähnlich ist wie das K. J. V. Ich würde gern .z. B. mit Zwirn Zusammensein in einem Kartell, weil es ankommt auf die Kraft, Energie und innere Zuverlässigkeit Aber ein großer Teil dieser Menschen genügt unseren Ansprüchen nicht. Wir müssen den B. Z. K. mit allen Aufgaben übernehmen, und wir können uns nicht die Sache dadurch leicht machen, daß wir sagen: versuchen wir erst mit dem K. J. V. fertig zu werden, erst dafür reif zu werden. Denn dieser Zustand der Reife kann nie entstehen. Wir haben uns am glücklichsten gefühlt als kleine Minderheit, die erreichte, daß dieses Kartell ein zionistisches Kartell wurde. Es war eigentlich die glücklichste Zeit. Es bleibt uns aber nichts anderes übrig, als jetzt einer Erweiterung des Kartells zuzustimmen. Das ist unabhängig davon, wie wir seinen jetzigen Zustand beurteilen. Die Jungen müssen geformt werden und mit den Alten müssen wir kämpfen um ihre zionistische Gesinnung und Arbeit. Die Zukunft des Kartells liegt darin, daß seine Stärke und seine Kraft in Kreisen ruht, die innerhalb dieses Kartells zusammenhängen. Durch eine bestimmte vorbildliche Form ihres eigenen Lebens müssen sie suchen, eine Attraktion auszuüben. Zu allen anderen Dingen will ich in der zweiten Debatte reden. Gerade in dieser Frage B. Z. K. und Präsidium würde ich gern noch einiges zum 5 23

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