Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 26 (1929)
- Issue
- Heft 3-4 (April 1929)
- Date
- 1929-04-01
- Page
- [Seite] (sequence 22)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 98% known words query
- IRI
…/3537599-3537802-3537805--7114-3545150- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
zu siezen. Das ist ganz einfach eine Frage des Takts und des guten Geschmacks. Daraus eine Prinzipienfrage zu machen, ist eine Lächerlichkeit. Man hat dem B. Z. K. zionistische Unzuverlässigkeit vorgeworfen. Nun, genau so unzionistisch wie ein Teil der B. Z. K.er ist auch ein Teil der K. J. V.er. Es mutet grotesk an, aus der uns bekannten Tatsache, daß es bei uns und bei jenen faule Köpfe gibt, eine Affäre zu machen. Es ist ebenso schwer ohne Fusion bei uns allein zionistisch Ordnung zu schaffen, wie mit Fusion im erweiterten Kartell. Es wurde hier behauptet, wir hätten keinen Bescheid gegeben auf die Frage, wie sich die B. Z. K.er zu den zionistischen Pflichten stellen: die Abkommen verpflichten die B. Z. K.er zu denselben Dingen wie die K. J. V.er. Diese Verpflichtungen sind ausdrücklich bestätigt vom Präsidium des B. Z. K. Unter diesen Umständen ist die ganze Argumentation von den zionistischen Vorbehalten des B. Z. K. unhaltbar. (Zwischenruf: Du weißt nicht, wieviel Keren Hajessod-Zahler unter den B. Z. K.ern sind!) Ich weiß auch nicht, wieviel jm K. J. V. sind. Und zwar nicht, weil ich mich nicht darum gekümmert habe, sondern weil es mich nichts angeht. Auch das Präsidium des ,K. J. V. hat die Nichtzahler nicht zu kennen. Das ist Sache der K. H.-Kommission, die dem Präsidium auf Befragen zwar die Zahl der Nicht-Zahler angeben darf, aber nicht die Namen. Und wenn die Kommission das heute noch picht kann, so liegt das an der kurzen Zeit, seit der sie arbeitet. Ich empfinde das K. H.-Argument in dieser Form als unaufrichtig. Die Zahl der K. H.-Zahler festzustellen ist Sache eines dazu eingesetzten Verwaltungsorgans, aber nicht des Präsidiums und erst recht nicht des Kartelltages. Der ganze Widerstand gegen die Fusion ist teils, wie bei Tannenbaum, in organisatorischer Bequemlichkeit, teils, wie bei den Bundesbrüdern vom Ruder-V. J. St., in Vorurteilen und Ressentiments begründet. Er ist also unsachlich und deshalb zu bekämpfen." Kurt Blumenfeld: „Zunächst ein Wort zum Gesamteindruck. Wir sind eine Art großer Organisation, die im wesentlichen doch zusammengehalten wird durch einen organisatorischen Rahmen. Man hat hier erinnert an alte Kämpfe im B. J. C, diese Darstellungen waren sehr falsch. Das Bewußtsein der Einheit war damals viel stärker. Man kannte sich besser, und es waren nicht so viele. Ich muß sagen, ich würde eine glatte Ablehnung der Wiederaufnahme des B. Z. K. befürworten, wenn das K. J. V. eine einheitliche Vereinigung wäre, die uns allen eine zionistische Heimat ist. Das ist nicht der Fall, aber ich bin weit davon entfernt, diesen Zustand zu schelten. Das K. J. V. ist in der Frage seiner inneren Entwicklung nicht organisatorisch zu behandeln. Es ist eine merkwürdige Torheit zu glauben, daß irgendeine Leistung unserer organisatorischen Einrichtungen die innere Erfassung des Kartells garantieren könne. Wenn ich in der zweiten Debatte mich ausführlicher äußern werde, so werde ich noch darauf zurückkommen, 22