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Der jüdische Student · 1929-04-01 · Heft 3-4 (April 1929) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
26 (1929)
Issue
Heft 3-4 (April 1929)
Date
1929-04-01
Page
[Seite] (sequence 18)
Language
German
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frage. Wenn klargestellt sei, daß den B. Z. K.-Verbindungen nicht das Recht eingeräumt werde, die vom Präsidium angeordneten Ueberweisungen abzulehnen, werde er der Fusion zustimmen. Siegfried Kanowitz erklärt, daß er über den durch das retrospektive Referat Tuchlers gezogenen Rahmen glaube hinausgehen und sich in seinen Ausführungen auch der Zukunft zuwenden zu müsse. Dabei würden sich einige kritische Bemerkungen nicht vermeiden lassen, ohne daß er jedoch von dem Wunsch ausgehe, ä tout prix Opposition zu machen. Der Bericht Tuchlers habe zu sehr nach einem Siegesbericht geklungen und oft die sachliche Gerechtigkeit vermissen lassen, die zu fordern gewesen sei. Redner polemisiert gegen einige Schärfen des Rechenschaftsberichts und fährt dann fort: „Welches sind eigentlich die Maßstäbe, nach denen wir die Arbeit zu beurteilen haben? Ich möchte den Bundesbruder sehen, der nicht zustimmt, wenn er hört, daß allerlei erreicht worden ist, und es wäre unverantwortlich, dieser Arbeit des Präsidiums nicht den vollen Anteil zu geben an der Decharge. Aber noch drei solche Rechenschaftsberichte und das K. J. V. hat als zionistischer Faktor innerhalb der zionistischen Welt ausgespielt. (Scharren.) Wenn der Widerspruch gegen meine Feststellung besagt, daß Ihr glaubt, das K. J. V. habe keine solchen Berichte mehr zu erwarten, so bin ich einverstanden. Aber ich glaube, daß die Formel, die Tuchler für die Aufgabe des Kartells gewählt hat: „Einordnung jedes Einzelnen in eine Tätigkeit von zionistischem Belang'' nicht genügt, um dem K. J. V. seinen Platz anzuweisen. Ich glaube, es gibt Wahrheiten, die immer richtig sind, und den Zwang, daß in jedem Jahre diese Wahrheiten realisiert werden. Dieser Versuch, die Wahrheiten des K. J. V., von denen wir leben, zu aktualisieren, war nicht aus der Rede Tuchlers herauszuhören. Ihr müßt bedenken, ,daß der J. St. noch kein Fetisch ist. Wichtiger ist die Frage: Wast steht in ihm drin? Ich bedaure, daß mir nicht mit der Wärme zugestimmt werden wird wie dem Bericht von Tuchler, aber ich kann nicht umhin zu behaupten, daß, wenn man den J. St. daraufhin untersucht, wieweiit er den Zuständen außerhalb des K. J. V. gerecht wird, man nicht viel finden wird. Das K. J. V. muß aus der kritischen Beurteilung der Umwelt seine Erziehungsmaximen ableiten. Und zwar dürfen diese Beobachtungen nicht geführt werden als wissenschaftliches Spiel, sondern unter dem Gesichtspunkt: wo sind die Hebelpunkte, wo die Aktivitas anzusetzen hat. Bei uns herrscht die Vorstellung, es bedeute eine Leistung, wenn man zionistische Fragen diskutiert, während doch der Zionismus Gegenstand täglicher Bewährung ist. Menschen in unserem Alter, die um des Wirkens willen Zionist sind, können nur Frieden finden im Bewußtsein ihrer Leistung. Ich bin nicht für seelische Beruhigung. Man kann sagen, Alte Herren muß man nehmen wie sie sind. Aber Menschen von 18 und 19, im gärenden Alter, können nicht geführt werden von dem errechneten Ausmaß ihrer Kräfte. Wenn Ihr nur hellhörig seid und nicht glaubt, daß dies ausgedacht ist, um das Präsidium mattzusetzen, so müßt Ihr zugeben, daß dies richtig ist. Ich glaube, daß die Bewährung der jungen K. J. V.er auf drei Gebieten liegt; ich glaube nicht, Tuchler, daß es richtig ist, daß Du darauf 18

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