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Der jüdische Student · 1929-04-01 · Heft 3-4 (April 1929) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
26 (1929)
Issue
Heft 3-4 (April 1929)
Date
1929-04-01
Page
[Seite] (sequence 17)
Language
German
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längst gebildet. Wir wollen sie jetzt zum Gesetz machen, zum wirklichen Gesetz. Vielleicht ist auch das nur ein äußerer Erfolg, vielleicht aber auch ein Ausdruck jener formenden Kraft, von der ich eingangs sprach. Autonome oder heteronome Satzung? Die Moralphilosphie streitet über ihren sittlichen Wert. Die jüdische Auffassung zu diesem Problem aber findet ihren Ausdruck in jener (Stelle bei Jeremia: „Da Israel Gesetze auf sich nahm, auf die es nicht verpflichtet wurde, hat Gott ihm selbst d i e Gebote, die e r gab, so angerechnet, als hätte es sie sich selbst gegeben." Im Anschluß an den Rechenschaftsbericht stellte die Mandatsprüfungskommission durch Namensaufruf die Präsenz und die Zahl der Mandate fest. Da der Antrag des Altherrenbundes der V. J. St. Maccabaea- Berlin auf Anerkennung als Kartellorganisation mit sofortiger Gewährung des Stimmrechts und der V. J. St. Hechawer-Riga auf endgültige Aufnahme in das Kartell nach kurzer Diskussion auf Befürwortung des Kartellpräsidiums genehmigt wurde, waren auf dem Kartelltag 62 stimmberechtigte Delegierte anwesend, die 72 Stimmen vertraten. Dann wurde die Generaldebatte zum Rechenschaftsbericht eröffnet. Berthold Weiß dankt dem Präsidium in sehr herzlicher Form für die geleistete Arbeit, insbesondere für die Altherrenarbeit. Er begrüßt die Wiedervereinigung mit dem B. Z. K. und bringt namens mehrerer Altherrenbünde, Bezirksverbände und Verbindungen den Antrag ein, dem Präsidium mit herzlichem bundesbrüderlichen Dank für die geleistete Arbeit Decharge zu erteilen. Hugo Tannenbaum spricht dem Präsidium gleichfalls seinen Dank für die geleistete Arbeit und sein zionistisches und bundesbrüderliches Vertrauen aus. Er wendet sich aber mit großem Nachdruck gegen die Wiederaufnahme des B. Z. K. Das Präsidium habe bei der Behandlung dieser Angelegenheit erhebliche Fehler begangen. Die Kartellorganisationen in der Provinz seien vor vollendete Tatsachen gestellt worden. Man habe sie erst informiert, nachdem die ersten Verhandlungen stattgefunden hätten. Infolgedessen hätten die Organisationen nicht in ausreichendem Maße Gelegenheit gehabt, auf die Verhandlungen Einfluß zu nehmen. Grundsätzliche Bedenken gegen die Vergrößerung des Kartells habe er nicht. Er sei jedoch der Meinung, daß die Wiederaufnahme des B. Z. K. die mit vieler Mühe und erfreulichem Erfolg begonnenen Versuche der Reaktivierung der Altherrenschaft äußerst erschweren werde. Denn die Zahl der inaktiven und uninteressierten Alten Herren sei in den Kreisen des B. Z. K. noch größer als in denen des K. J. V. Er habe nichts gegen die Fusion einzuwenden, sobald K. J. V. wie B. Z. K. auf einen Kreis zionistischaktiver Menschen verkleinert seien. Im Augenblick lehne er sie ab, weil sie die Altherrenarbeit im K. J. V. in überflüssiger Weise erschwere. Martin Bab äußert sich nur zur B. Z. K.-Frage. Die Breslauer Hasmonaea habe keine grundsätzlichen Bedenken gegen die Fusion; im Gegenteil, sie begrüße sie. Voraussetzung müsse dabei jedoch sein, daß für den B. Z. K. keine Sonderrechte gälten, insbesondere nicht in der Ueberweisungs- 4* 17

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