Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 26 (1929)
- Issue
- Heft 3-4 (April 1929)
- Date
- 1929-04-01
- Page
- [Seite] (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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die Landeskommission des K^K. L. eingetreten; jüngere Bundesbrüder haben sich örtlichen K. K. L.-Aktionen gewidmet, nachdem insbesondere auf dem Camp in dieser Richtung Beschlüsse gefaßt waren. Die K. K. L.- Kommission hat uns in einem besonderen Schreiben ihren Dank ausgesprochen. In der Erziehungsarbeit ist im großen ganzen nach dem früheren System verfahren worden. Das Hebräischlernen ist zum Teil mit größtem Eifer betrieben, zum Teil vernachlässigt worden. Eine Rundfrage des Präsidiums ergab sowohl über den Stand der hebräischen Kenntnisse der Bundesbrüder wie über ihre entsprechenden Bemühungen alle nur irgend denkbaren Abstufungen. Wir gehen daran, hier zu einer Systematisierung des Lern- und Lehrbetriebes zu kommen, und erhoffen von der Mitarbeit unseres neuen Bundesbruders Max Mayer eine wesentliche Förderung. Einen Anfang haben wir in Berlin mit der Vermittlung allgemeiner jüdischer Kenntnisse dadurch gemacht, daß das Präsidium in Verbindung mit der Jüdischen Volkshochschule im K. J. V. einen Kursus stattfinden ließ, in dem Soloweitschik über „Bibelkritik als Grundlage des Studiums der jüdischen Geschichte" sprach. Vielleicht wirkt sich auch hier bei unserer Erziehungsarbeit (jedenfalls ist das mein persönlicher Eindruck) eine Erscheinung aus, die man auch sonst bei denjenigen beobachten kann, die in den Nachkriegsjahren deutsche Schulen verlassen und Hochschulen bezogen haben: ein Rückgang der allgemeinen Bildung, hervorgerufen durch die allzufrühe Einstellung auf wirtschaftliche Betätigung, und ein zeitbedingtes Gefühl der Hast und Unruhe, das jener Voraussetzung allen Studiums abträglich ist, welche die Lateiner „assituitas" nennen. Wir sind eine akademische Organisation. Als solche haben wir uns die Pflege unserer Beziehungen zu anderen jüdischen Akademikerverbänden angelegen sein lassen. Vielmehr, es war nur nötig, sich weniger ablehnend zu verhalten, da in den Kreisen des A. J. G. V., B. J. A., der Dahlemia. und anderen Verbänden, der Wille zur Zusammenarbeit mit uns vorhanden ist. Unter unserer führenden Mitwirkung haben Verhandlungen über die Bildung eines Reichsausschusses der jüdischen Akademikerverbände, unter Einbeziehung des K. C. stattgefunden, der eine repräsentative Organisation zur Wahrung der nicht unbedrojiten Rechte des jüdischen Akademikers in Deutschland werden sollte. Dieser Reichsausschuß ist schließlich daran gescheitert, daß der Abstand zwischen unseren als maximal angesehenen Forderungen und den Minimalforderungen des K. C. nicht zu. überbrücken war. Immerhin ist es zum erstenmal gelungen, die jüdischen Akademikerverbände aller Richtungen an den Verhandlungstisch zu bringen. Und außer dem Steigen der Außengeltung des Kartells, das diese Aussprache mit sich brachte, ist immerhin eine Jüdische Studentenhilfe gegründet worden, die in Art der Deutschen Studentenhilfe die wirtschaftlichen Interessen unserer Studenten fördern soll. In unserem Berufsressort haben wir nämlich erfahren, wie stark die wirtschaftlichen Nöte unserer studierenden Bundesbrüder sind, und vor allem auch derjenigen, die gerade ihr Studium beendet haben. In vielen 13