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Der jüdische Student · 1929-04-01 · Heft 3-4 (April 1929) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
26 (1929)
Issue
Heft 3-4 (April 1929)
Date
1929-04-01
Page
[Seite] (sequence 10)
Language
German
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lieh durchgeführt wird. In Berlin hatten wir eine Reihe gut besuchter Veranstaltungen, zuletzt einen staatspolitischen Abend bei Kroll, in dem Krojanker ein Referat hielt — es erscheint im J. St. — und auf dem als Gast Herr Ministerialdirektor Badt sprach. Auch auf diesem Gebiet stehen wir am Anfang, aber er ist wirklich gemacht worden und nicht ohne Erfolg. Ein stärkereres Band noch als Reisen und Besuche, die ja nur eine zusammenwohnende Gruppe erreichen, bildet das regelmäßige Erscheinen des J. St. Natürlich ist der Inhalt des J. St unmöglich so zu gestalten, daß jeder Artikel jedem gefällt. Im allgemeinen war es so, daß dieselben Aufsätze, die auf einer Seite stärkste Zustimmung erfuhren, auf der anderen ebenso lebhaft abgelehnt wurden. Wir haben dabei das Prinzip verfolgt, wie ja auch der Kartelltags-J. St. deutlich zeigt, alle Richtungen zum Wort kommen zu lassen, und in bewußter Loyalität, die schon als übertrieben gerügt ist, diesen oder jenen Artikel gebracht, nicht weil er uns besonders wertvoll erschien, sondern nur, weil er aus dem sogenannten „anderen Lager" kam. Eine besondere Freude ist es uns, daß wir Euch zum Kartelltag eiine -Sondernummer des J. St., eine Palästinanummer, vorlegen können. Ich persönlich halte den Umstand, daß sich palästinensiisehe Bundesbrüder zusammengeschlossen haben um einmal als K. J. V. e r ihre Stimme hören zu lassen, für außerordentlich bedeutungsvoll. Als wir mit Loewenstein im Sommer den Plan des Palästina^. St. besprachen, gingen wir ebensosehr von dem Wunsch aus, unsere vielen Bundesbrüder in Palästina wieder stärker einzubeziehen in das Leben des Kartells, wie davon, den hier befindlichen ein unverfälschtes Bild vom dem Leben derjenigen zu geben, die im eigentlichen Sinne unsere Chaluzim sind. Schon dieser Palästina- J. St., der der erste, aber nicht der einzige sein soll, enthielt manche glückliche Anregung. Damit komme ich zur Stellungnahme tdes Präsidiums zur Palästina- Arbeit überhaupt. Wie wir schon jn dem Kartelltags-J. St. schrieben, haben wir hier einen ganz klaren Standpunkt, der vielleicht in der Mitte liegt zwischen jener Aufbruchs Stimmung der Jahre 19 und 20, und der Resignation der letzten Jahre: den Zusammenhang zwischen uns und drüben zu stärken, und zwar real und auf allen Gebieten der Arbeit: wirtschaftlich, beruflich, persönlich. Unser Palästina-Ressort, das von Bbr. Alfred Berliner verwaltet wurde, der jahrelang im Lande war, hat die Fäden, die sich etwa knüpfen ließen, zu knüpfen versucht. Natürlich stehen wir hier, mehr noch als auf anderen Gebieten, im Anfang, aber der Anfang ist gemacht. Wirklich, und nicht nur mit Worten. Ich möchte hier mit Nachdruck darauf hinweisen, daß Lichtheim jene Aktion zur Ansiedlung der deutschen Chaluzim eingeleitet hat, für die wir uns im Palästina-J. St. eingesetzt haben. Die großen Verpflichtungen, die das Kartell Bbr. A r i n s t e i n gegenüber übernommen hatte, sind erfüllt. Ebenso eine Verpflichtung gegenüber einem anderen Bundesbruder, die ihm die Rückkehr nach Palästina ermöglichen sollte. Wenn man bedenkt, wie stark sich fast alle diejenigen, die herübergegangen sind, in den letzten Jahren von unseren Angelegenheiten abgewandt harten, so darf es wohl auch als ein glückliches Beginnen an- 10

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