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Der jüdische Student · 1929-04-01 · Heft 3-4 (April 1929) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
26 (1929)
Issue
Heft 3-4 (April 1929)
Date
1929-04-01
Page
[Seite] (sequence 9)
Language
German
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Differenzen und zionistische Meinungsverschiedenheiten durchaus im Rahmen des Kartells ausgetragen werden können. Lichtheim und Silbert waren dann in Breslau und Hamburg, Wolff in Freiburg, Pollack in Cöthen; mit Tumbowsky war ich zu Veranstaltungen des Bezirksverbandes in Leipzig und Dresden, und wir haben es sehr begrüßt, daß Kanowitz im Rahmen der Münchner Verbindung gesprochen hat. Wir müssen zugeben, daß uns in einem Punkt die Aufnahme des persönlichen Zusammenhanges nicht gelungen ist, das ist Königsberg. Die große Entfernung verhinderte frühere Besuche, die plötzliche Erkrankung von üchtheim dessen Teilnahme an dem Stiftungsfest der Königsberger Maccabaea. Es wird Aufgabe des kommenden Kartelljahres sein, das hier Versäumte alsbald nachzuholen. Aber überall sonst sind die Beziehungen zwischen den Bundesbrüdern im Reich und dem Präsidium in Berlin fühlbar engere geworden. Das wirkte sich besonders nützlich bei der Werbe- und Ueberweisungsarbeit aus. Wir haben von jedem der 98 jungen Bundesbrüder, die wir in diesen 10 Monaten in unsere Reihen aufgenommen haben, ein Bild von seiner Eigenart und von dem Stand seiner jüdischen Entwicklung. Und wir müssen sagen, daß, der m e a schliche Gewinn dieser K. J. V. er vom Jahrgang 1928 nicht gering zu veranschlagen ist. Es zeigt sich in dieser jüngsten Generation, die zu einem guten Teil der bürgerlichen Assimilation entstammt, in mancher Hinsicht eine Aehnlichkeit mit Vorkriegsgenerationen. Freilich fehlen noch diejenigen, die durch ihr Können und ihrem Eifer die anderen überragen, oder sie haben sich noch nicht so recht her vorgewagt. Ihnen möchte ich auch von dieser Stelle aus zurufen: Mut zu fassen. Alle Möglichkeiten, die das Kartell bietet, stehen auch den Jüngsten offen. Bisher schien es freilich fast so, als ob es leichter sei fünf allgemein brauchbare K. J. V.er als einen geeigneten Erstchargierten zu finden. Wir können auch mit dem zahlenmäßigen Ergebnis der Werbeerfolge einigermaßen zufrieden sein. Richtig und instinktischer haben die Verbindungen dabei nicht die Zahl entscheidend sein lassen, und in 27 Fällen haben Aktivmeldungen nicht zu Aufnahmen geführt, d.h. in mehr als 1/4 der Fälle sind Ablehnungen erfolgt. Darin zeigt sich ein gesundes Auswahlprinzip. Der schon begonnene Wiederausbau der Werbebezirke wird vielleicht im nächsten Jahr zu noch besseren Ergebnissen führen. Ihr wißt, daß wir die Neugründung einer Verbindung in Leipzig langsam, aber, wie sich wohl sagen läßt, sicher vorbereiten. Den Bundesbrüdern, die im Wintersemester zu diesem Zweck nach Leipzig gehen werden, ist durch die in Leipzig ansässigen Bundesbrüder und das Präsidium bereits vorgearbeitet worden. Wir hatten in Leipzig erst kürzlich eine Keilveranstaltung. Der Altersaufbau des Kartells bringt es mit sich, daß der Schwerpunkt der Arbeit sich etwas jnehr als früher auf die Seite der Altherrenorganisationen verschiebt. Der Kartelltags-J. St. hat Euch durch die Berichte der Bezirksverbände Mitteldeutschland und Köln gezeigt, daß es auch hier vorwärts geht Meist hängt es von der Initiative einiger Weniger ab, ob die sogenannte Reaktivierung der Altherrenschaft ört- 9

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