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Der jüdische Student · 1929-03-01 · (März 1929) · p. [Seite]

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der jüdische Student
Volume
26 (1929)
Issue
(März 1929)
Date
1929-03-01
Page
[Seite] (sequence 34)
Language
German
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in Tel-Awivv abgeben. Bloß es klappt nicht mit dem Gelde. — Vielleicht lebenszeichnet Ihr auch mal kurz. Seid Ihr vielleicht noch in Kairo? Da soll's ja mächtig voll gewesen sein. Hat Samter ein Kind? Wann fahrt Ihr nach Europa? Was sind Eure Pläne? Kommt Ihr mit auf einen Ausflug, wenn wir in Berlin sind, nach Petersburg? Für Quartier sorgt meine Frau. Es wäre höchst interessant. Großes Verlangen nach Euch allen zusammen habend, bin ich Euer X. Y." Dieser Brief bedarf keines Kommentars. Hier seht Ihr unsere alltäglichsten Sorgen, unsere bescheidenen Wünsche und Sehnsüchte. Das Leben Erez-Israels konsolidiert sich. Aus den Stimmungen unserer Antrittskneipen und der schwungvollen Reden unserer Antrittskonvente ist für uns, die wir die Konsequenzen gezogen haben, Wirklichkeit geworden. Die Wirklichkeit hat uns belehrt, daß man nicht von Stimmungen lebt sondern von Brot; die Wirklichkeit hat uns auch belehrt, daß wir noch nicht in Erez-israel leben, sondern in Palästina. Unendlich groß ist noch die Aufgabe, die vor uns liegt. Wir im Lande sind keineswegs verzweifelt, wir werden weiter arbeiten. Tut Ihr im Galuth Eure Pflicht, dann könnt Ihr unsere Arbeit in hohem Maße erleichtern und fördern. Mag es dem einen oder anderen im Lande sehr schwer gehen, mag er sogar gezwungen sein, das Land wieder zu verlassen, weil er sich wirtschaftlich hier nicht verwurzeln konnte. Das ist keine Fahnenflucht, und ich bitte Euch im Galuth dringend, unsere Rückkehrer wieder mit offenen Armen aufzunehmen. Die meisten unserer Bundesbrüder hier haben festen Fuß gefaßt und nehmen wichtige und wertvolle Posten ein im Gefüge des palästinensischen Lebens. Auch für uns gilt der Sang unserer Chaluzim: Lo nelech mi po! Meine Arbeit in Palästina. Von Josef Salomonowitz, Ben Shemen (V. J. St. Hatikwah, Halle, A. H.). Bevor ich noch in Palästina war, wußte ich, daß ich in keiner Kwuzah bleiben werde. Trotzdem wollte ich diese Siedlungen kennenlernen. So hielt ich mich in Ain Charod, Kwuzah Bibrachah, Chefzibah, Kubuz Brenner fast zwei Jahre auf. Und ich sah: Man kann die Kwuzah nicht absolut ablehnen. Es gibt Menschen, die ausgesprochen fürs Kwuzahleben geeignet sind, wie es andere gibt, die das Kwuzahleben nie begreifen werden, und eine dritte Gruppe von A^enschen, die, von den äußeren Umständen bestimmt, da oder dort sich befinden. Aber unstreitig haben die Juden westeuropäischer Kultur mehr Hang zum selbständigen Siedler. Einen Teil meiner Ausbildung erhielt ich am Markenhof. Dort bildete sich eine Gruppe, die etwas gemeinsames in Palästina unternehmen wollte. Die Erfahrungen waren sehr deprimierende*). Ich glaube, in den fünf Jahren *) Der Verfasser spricht hier nicht von der „Kwuzah Merckenhof", die heute Beth Sera heißt und bei Dagania angesiedelt ist, sondern von einer kleinen anderen Gruppe, die in Deutschland ebenfalls im Gut Markenhof vorgebildet worden war. Fl~ 35

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