Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 26 (1929)
- Issue
- (März 1929)
- Date
- 1929-03-01
- Page
- [Seite] (sequence 25)
- Language
- German
- Belongs to
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mit der Verpflichtung, Rezensionen für Zeitungen und Zeitschriften dafür zu liefern, überwiesen würden. Um die Hilfe für die palästinensischen Bundesbrüder wirksam durchzuführen, gehört allerdings die Schaffung eines engen Konnexes zwischen den palästinensischen und den in Deutschland sitzenden Bundesbrüdern, den das Präsidium trotz aller feierlichen Proklamationen noch nicht herzustellen vermocht hat. Ich schlage deshalb vor, eine Art „Palästinaleibverhältnis" zwischen den Bundesbrüdern zu schaffen. Ein geeigneter Bundesbruder in Deutschland übernimmt das Protektorat über einen Bundesbruder in Palästina bis zu seiner völligen Verwurzelung im Lande. Seine Aufgabe wäre, mit ihm zu korrespondieren, der palästinensische Bundesbruder würde sich in erster Linie mit seinen Nöten an den „Leibburschen" wenden, dieser würde versuchen, ihm soweit als möglich beizustehen und das Vermittlungsorgan zwischen dem palästinensischen Bundesbruder und dem Präsidium bilden. Es ist für mich kein Zweifel, daß hiervon beide erheblich profitieren würden und der in Deutschland sitzende Bundesbruder die so ersehnte „wesentlichere" Verbindung mit Palästina hergestellt hätte. Das Präsidium könnte dann dazu gelangen, nicht nur das Adressenmaterial der Bundesbrüder in Palästina zu besitzen, sondern auch über das Wohl und Wehe eines jeden Bundesbruders ständig orientiert zu sein, und könnte in vielen Fällen rasche und wirksame Hilfe leisten. Dann hätte das Präsidium auch die Möglichkeit zu einer weiteren wichtigen Aufgabe, nämlich rechtzeitig Rückzugspläne für Bundesbrüder festzulegen, deren Existenz hier in Gefahr ist. Trotz aller Hilfe wird es sich nicht vermeiden lassen, daß der eine oder der andere Bundesbruder das Land wieder verlassen muß. Meistens kann der betroffene Bundesbruder nicht wieder dort anfangen, wo er aufgehört hat. Das Präsidium aber hätte die Aufgabe, einen Demobilmachungsplan bereitzuhalten, um die Ueberführung des Bundesbruders ins „Zivilleben" so schonend als möglich zu gestalten. Ich glaube, daß sich noch viele Gelegenheiten auffinden lassen, wo das K. J. V. für die palästinensischen Bundesbrüder eintreten kann. Ich persönlich bin der Ansicht, daß nur durch solche reale Kleinarbeit nicht nur die Verbindung der palästinensischen Bundesbrüder untereinander, sondern auch mit dem Kartell wieder lebendig gemacht werden kann. Brief an die Herausgeber. Liebe Bundesbrüder! Die an mich gerichtete Aufforderung, einen Beitrag zu dem von Palästina aus redigierten J. St. zu liefern, setzte mich in Verlegenheit. So oft es mich als alten K. J. V.er drängte, zu den Bundesbrüdern zu sprechen«, sei es in Briefen oder bei meinem Besuche dort vor einem Jahre: es schien mir eine Verständigung schwer, ja fast unmöglich und alles, was'darüber in Artikeln unserer Presse zu lesen steht oder was ich aus mündlichen Aeußerungen ersehe, scheint mir irgendwie schief, das Wesentliche ver- 26