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Der jüdische Student · 1929-03-01 · (März 1929) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
26 (1929)
Issue
(März 1929)
Date
1929-03-01
Page
[Seite] (sequence 24)
Language
German
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gesuchen an eine Bank herantreten. Der Akademiker aber, der sein Kapital dazu aufbraucht, um sich die erfoderlichen Kenntnisse zu verschaffen, der sozusagen seine Ware in der Seele trägt, ist kein würdiges Objekt für auch noch so kleine Bankkredite. Man überläßt es ihm, bei Freunden oder Verwandten schnorren zu gehen, oder wenn er das nicht kann, sich durchzuhungern oder abzubauen und Palästina zu verlassen. So ist schon manche hoffnungsvolle Existenz aus Mangel an ein paar Pfunden zugrunde gegangen. Hier wäre die erste Aufgabe des IC J. V. einzugreifen. Es müßte eine Darlehenskasse für Akademiker begründet werden, die kleine langfristige Darlehen als Unterstützungsbeihilfen an Akademiker gibt. An dem Grundsatz, daß der Akademiker mit eigenem Kapital seine Existenz in ihren Anfängen begründet, müßte festgehalten werden. Die Beihilfen sollten nur gegeben werden an Bundesbrüder, die eine längere Zeit in Palästina ansässig sind und die Haupthindernisse, die sich der Begründung einer Existenz entgegenstellen, überwunden haben. Einer Vextrauenskommission dürfte es nicht schwer fallen, diesen Zeitpunkt im Einzelfall festzustellen. Der Kapitalbedarf dürfte sehr gering sein, in den meisten Fällen ist dem einen oder anderen mit ganz geringen Beträgen geholfen. Diese Kasse würde aber in besonderem Maße gar nicht in Anspruch genommen werden, wenn es gelingen würde, eine Stelle beim Präsidium au schaffen, die die Aufgabe hätte, den Bundesbrüdern hier gewisse Einnahmen aus Nebenarbeiten zu verschaffen. Ich denke in erster Linie am die Vermittlung von wissenschaftlichen oder journalistischen Arbeiten für in Deutschland erscheinende Zeitschriften, Zeitungen, Sammelwerke usw. Oerade unsere Bundesbrüder mit ihren in der hiesigen Praxis gewonnenem Sonderkenntnissen dürften in manchen Fällen zu solchen Arbeiten germ herangezogen werden. Vielleicht werden sich bei einigem Nachdenke» noch andere derartige Erwerbsquellen entdecken lassen. Schließlich sollte diese Stelle sich auch bemühen, der geistigen Not der Bundesbrüder zu steuern. Die Mittel des Akademikers reichen bei weitem nicht aus, sich nicht nur nicht allgemeine Literatur, sondern noch »icht einmal die Fachliteratur, Fachzeitschriften oder die europäische Presse au halten. Um mit dem letzten zu beginnen, so genügt es für den Akademiker in einem so international gefärbten Lande wie Palästina nicht, lediglich eine palästinensische Zeitung zu lesen. Ein führendes deutsche «nd ein führendes englisches Blatt ist das mindeste, was zur Ergänzung seiner Zeitungslektüre gehört, will er einigermaßen mit Europa in Kontakt bleiben. Da acht Tage alte Zeitungen bei uns aber die allerneuestew sind, so könnte es unschwer durchgeführt werden, daß die von den Bundesbrüdern in Deutschland gelesenen Zeitungen nach entsprechender Auswahl nach Palästina weitergeleitet würden, wo sie an interessiere Bundesbrüder verteilt werden könnten. In ähnlicher Weise könnten den Bundesbrüdern hier eine ganze Anzahl Fachzeitschriften — eventl. mit Rückgabeverpflichtung — zugeführt werden. Ein ähnlicher Modus ließe sich unschwer auch für Fach- und allgemeine Literatur durchführen. In dieser Beziehung wäre es auch angebracht, dafür zu sorgen, daß den Bundesbrüdern, die dazu fähig sind, Bücher aus ihrem Fach- und Interessenkreis 25

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