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Der jüdische Student · 1929-03-01 · (März 1929) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
26 (1929)
Issue
(März 1929)
Date
1929-03-01
Page
[Seite] (sequence 19)
Language
German
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bedingt kommen muß, da die Steigerung des Bedarfes mit der der Produktion nicht wird Schritt halten können — eine gedeihliche Entwicklung desselben nicht zulassen wird. Und dann werden die Juden Kehrt mache* und aus ihrem Staate entfliehen vor dem schrecklichsten Feinde, den auck die Formel „völkerrechtlich" nicht bannen kann, — (dem Hunger..... ____ Und sollten auch alle reichen Juden mit einem Schlage sich ia begeisterte „Zionisten" verwandeln und jeder zu diesem Zwecke sein halbes Vermögen geben, so ergäbe die Summe noch lange nicht jene vielen Milliarden, die hier nötig wären." Diese Sätze befinden sich in einem Aufsatz „Judenstaat und Judennot" von Achad Haam aus dem Jahre 1898. Und die Schlußfolgerung? Sie liegt meines Erachtens auf ideologischem Gebiet, auf das ich diese Bemerkungen nicht ausdehnen will. Wenn maa aber behauptet, daß dies Resignation bedeute und ein „darauf aufgebauter" Zionismus sich nicht verlohne, so glaube ich, daß sich ein auf unwirklichen Vorstellungen aufgebauter Zionismus noch weit weniger verlohnt. Ich halte es gerade für eine der fruchtbarsten Lehren dieser Jahre, daß es mehr als auf die Quantität, darauf ankommt, wie und wofür eine Sache gemacht wird. Das Entscheidende für die Beurteilung des Werkes in Palästina, dieser großen jüdischen Leistung, liegt nicht allein in der Zahl, nicht allein in dem wirtschaftlichen Erfolg, sondern nicht zuletzt in einem Dritten, das einer andern Ebene angehört. Die Gefahren der lilusionierimg. Von Joseph Löwy, Haifa (Ruder-V. J. St., A. H.). Wenn ich mich erst nach Zögern und nach nochmaliger Aussprache mit den Redakteuren der Palästinanummer dazu entschlossen habe, auch meinerseits einen Beitrag zu dieser Nummer zu liefern, so geschieht es nicht aus Federfaulheit, sondern weil ich seit langem die Hoffnung aufgegeben habe, durch publizistische Mittel innerhalb des K. J. V. für meine Ideen wirken zu können. Ich habe das obige Thema gewählt, weil ich nach einer, eigentlich nur durch den Weltkrieg unterbrochenen, 15jährigen Palästinatätigkeit feststellen mußte, daß ein großer Aufwand an geistigen und materiellen Energien in der Richtung auf Palästina innerhalb dieser Zeitspanne wenn auch nicht umsonst vertan wurde, so doch aber mit einem schmerzlich geringem Nutzeffekt.; Die Ursachen dieser Mißerfolge sind mannigfaltig, und nur ihre mehr oder weniger schonungslose Aufdeckung kann zu einer Besserung führen. Das von mir gewählte Thema soll beweisen, daß ich in der Illusionierung unseres Nachwuchses eine der wichtigen Quellen dieser Mißerfolge erblicke. Noch vor kurzem hatte mir ein im praktischen Leben stehender russischer Gesinnungsgenosse erklärt, daß wir ohne die Illusionierung nicht auskommen können, und verstand darunter die propagandistische Schönfärbung der palästinensischen Möglichkeiten, etwa die berühmte Formel vom Lande, wo Milch und Honig fließt. Ich will damit zeigen, daß dieses Uebel der 20

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