Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 26 (1929)
- Issue
- Heft 1-2 (Februar 1929)
- Date
- 1929-02-01
- Page
- [Seite] (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/3537599-3537802-3537803--7022-3545056- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Mm. kma das 4m® emzeimm oft nkfet zum Vorwurf machest* schon well es stell dabei in aller Regel um höchst wertvolle luKtSfidige Menschen handelt, ferner auch deshalb nicht* weil uns alle sicheren Kriterien fehle® — in vielem FHIeö sind die objektiven Schwierigkeiten wirklich unüberwindlich groß. Furchtbar ist nur, daß dieser Typus lijiserem Leben sein Gepräge gibt, daß die Erziehung auf ihn abgestellt sst, 4^ß bei uns überall diese Luft der liberalen Klugheit und Resignation herrsch* und daß das unendlich wertvolle Out unserer jüngsten Generation, aus dem man doch vi«Ie$, und einiges besser machen könnte, auf diese Weise denselben „Weg alles Bauches4' geht. > M , Was ist nun positiv zu fordern? Grundsätzlich vor allem eins: daB man wieder den Mut aufbringt, es sich schwer zu machen! Daß man versteht, daß Zion^mus und K. J. V. absolut restlos und in jeder Einzelheit identisch sind insofern, als es keine Erzt^hungsaufgäbe für das K ]. V geben kann, die sich nicht klar als zionistisch begründen ließe, und daß Zionismus immerjiocbdas wert vollste Mittel unserer menschlichen, speziell der Charaktererztehung ist. Genug der Umwege' Was Zionismus verlangt, ist klar: keine stumpfen Individualisten, sondern offene und bewegte Naturen. Und von ihnen verlangt er zweierlei: erstens den redlichen Willen, selbst nach Palästina zu kommen, größten Schwierigkeiten zum Trotz, und sodann die volle akti\ e Verantwortlichkeit für alle Aufgaben, die die Bewegung, welche tine politische Aktioji ist, stellt Hier sehe ich grundsätzlich überhaupt k<*in Problem. K. J. V.er sollen so früh wie es pädagogisch möglich ist politische Arbeit leisten, am besten in Gruppen! Aber wirkliche Arbeit, nicht nur Diskussionen, sondern Werbung von Manschen, evtl. von Mitteln, organisatorische Arbeit usw. Grundlage dafür ist jene ideologisch-praktische Klarheit und Sicherheit, die ich an ostjüdischen Arbeitern oft bewundere, bei jenem Typus des ,,bewunsinnigen Chawers", der eine Frische im Kampf und eine Sicherheit des politischen Ethos besitzt, die ich vielen Bundesbrüdern nur wünschen kann — Schließlich noch eins: das primäre Kriterium für den zionistisch vollwertigen K. J. V.er muß seis Hebräisch sein. Hier gilt keine Ausrede und überhaupt kein Reden. Tun! Am besten gleichfalls in Gruppen. Das sind natürlich schon die ganz konkreten Konsequenzen, in deneo diese Forderungen gipfeln Wie man den pädagogischen Unterbau schafft, die Stimmung und den Geist erzeugt, der diese Taten erst ermöglicht — dafür gibt es keine Rezepte. Persönliche Einwirkung von Mensch zu Mensch, Beispiel und Tat, anständige Verbindungen*) bauen, in denen zionistischer Wille und rorrfstischc Tat lebendig ist „sonst bedarf es keiner Offenbartiag4'1 *) Mit dem Wort Verbindung ist hier ein sehr bestimmter Begriff Smeint, etwa Korporation, d. t. eine straff zentralistisch < organisierte tippe mit starker Betonung von Disziplin („Eingeübtheit des Dießens1*, Definition von Max Weber) und festen, „juristisch" klaren Formen Hubert Pollacks Bemerkung £ber den Wert des Sports hierfür ist durchaus treffend und verdient stärkste Beachtung 25