Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 25 (1928)
- Issue
- Heft 8 (Dezember 1928)
- Date
- 1928-12-01
- Page
- [Seite] (sequence 27)
- Language
- German
- Belongs to
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diesen ersten Satz: „Der Zionismus ist ,die falscheRcakivität der Juden auf den Judenhaß', sagt zusammenfassend Constantin Biimicr in seinem Werk .Der Judenhaß und die Juden'." Geht man wefiir, um auch der eigenen Erkenntnisse des Autors teilhaftigzu werden, so findet man Abschnitte von solcher Gedankentiefe und Au.;0;ueksgrÖße wie diesen: „Er (der Zionismus) war nicht das kleinste Mit;::!. <?.jr -kürzeste Weg zum Erfolg, sondern der weiteste, unsicherste und gef abdickte Weg. Auch wer in Deutschland friert, kann deshalb nicht an den Aequidor ziehen, er muß an Ort und Stelle heizen/' Am Ende ist fast zavei Seiten lasig wieder von Brunner die Reue. Da wird Bhnkenfcld pithetiseh: „Nicht alle Tage steht ein Mann auf, der euch die Wahrheit Hilter der Fratze des Aberglaubens zeigt, der euch lehren k a u n und filiren. Auch ist nicht jedermann ein Schüler solchen Meisters. Aber ihr sieht ja nach dem Meister, nach dem Genius, nach dem Genie. .Darum bekamen wir denen, <. die es angeht, daß wir unter seiner Leitung den Zionismus und damit — - nichts verloren, aber unser Leben und damit -■— alles giwonnen haben/' So schreibt derselbe Fritz Blankenfeid, welcher im Vorwort zu der Broschüre beteuert: „Der Name Constantiu Bnumers, der zwar nicht allen einiges, aber, was mehr ist, einigen alles bedeutet, soll dabei keine Autorität hergeben. Nur der zur Sache ausgesprochene Gedanke selbst gilt." Es gibt zwei Möglichkeiten, den auffallenden Widerspruch zwischen dieser Aeußerung des Autors und seinem Aufsatz zu erkläm. Mau könnte bösen Willen und bewußte Täuschungsabsicht vermuten. Dieser Verdacht entfällt aber, da es in der ganzen Schrift keinerlei objekthen Anhaltspunkt dafür gibt. Die andere Erklärung besteht in der Annahme «her psychischen Störung. Es gibt begabte Menschen, die auf vielen Gebieten, vor allem auch in ihrem Beruf zu selbständigen, ja sogar zu überdirchschnittlicheii Denkleistungen befähigt sind, aber gegenüber Problemerj: die ihre persönliche Lebensführung und ihr persönliches Lebensgltek zutiefst berühre;;, die Seelenkraft zu selbständiger, willensmäßigm- Entscheidung und gedanklicher Begründung ihres Tuns nicht aufbringen. Vor diesen Problemen endet ihr Selbsiändigkeitstrieb und erstirbt in dem Wunsch, der Autorität eines Meisters gläubig vertrauen zu dürfen. &Iche Menschen machen sich von des Meisters Meinung derart abhängig daß sich in ihrem Bewußtsein die Grenze zwischen seinen Gedanken zu diesem Thema und ihren eigenen völlig verwischt. Dieses Verhalten ist zwar pathologisch., aber es ist häufiger als man glaubt. Es ist die typisch*? Reaktion von Mvnsehon, die bei dem Versuch, ihr persönlichstes Lmen selbständig wollend, denkend und handelnd zu gestalten, gescheitert shd. Und B*nnl-enffJd t * t gescheitert, als c: cht zentrales Lebemsprobkat als ei seine Juden!rage durch den Zionismus zu lösen versuchte. „Der Zionismus ist mehr als eine Geißel: Er i s t Sei bstgeißelung, Selbstmord. Er bedeutet Aufgabe von Sprache und H e i m a t, von Besitz und wahrlich auch ro n Geltung und Ehre")/' Wie sein muß der Mann, der diesen af fekf geladeneu *'} V'-;i nur gesperrt. IE P.