Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 25 (1928)
- Issue
- Heft 8 (Dezember 1928)
- Date
- 1928-12-01
- Page
- [Seite] (sequence 26)
- Language
- German
- Belongs to
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Verbindungen zu festigen, neue Verbindungen aufzubauen, ist die Möglichkeit gegeben, diese jungen Mensehen dadurch zu erfassen,' und sich selbst so neue Impulse zu verschaffen, — wenn man sie allerdings zu wecken verstehen wird. Diejenigen Menschen des jungen Kartells aber, die auch heute an das Kartell glauben, sehen in der ernsten umfassenden zionistischen Galutharbeit allein den Weg. in der Paläsiinave'rwirklichuug das einzige Ziel des Kartells; mit der Entscheidung dafür oder dagegen steht und fällt-für sie die Zukunft des Kartells! Los vom Zionismus} Von Hubert P o 11 a c k (Sport-V: J. St. i. a. B.). I. Daß Menschen, die jahrelang Zionisten waren, sich vom Zionismus abwendeten, haben wir schon erlebt. Auch daß sie antizionistische Schriften veröffentlichten, kam gelegentlich vor. Daß sie aber an Stelle des als Irrlehre abgetanen Zionismus Israel und der Menschheit eine neue Heilsbotschaft zu künden behaupten, verleiht dem Auftreten der Herren Fritz Blank enfeld, Kimchi und Ernst Ludwig P i n n e r den Reiz der Neuheit. In ihrer Broschüre „Los vom Zionismus!"*) setzen sie dem Zionismus die Judenphilosophie Consta n tin B r u n n e r s entgegen. Diese Tatsache hätte der Schrift geistiges Niveau geben können. Nämlich dann, wenn darin der Versuch gemacht worden wäre, den Zionismus mit Hilfe Brunnerscher Erkenntnisse gedanklich zu widerlegen. Die drei Autoreu sind zwar, wie man dem Vorwort entnimmt, der Ueberzeugung, diesen Versuch erfolgreich durchgeführt zu haben. Ein kritischer Leser wird jedoch ihre Meinung nicht teilen können. Ihm präsentiert sich die Schrift vielmehr als eine Sammlung alter antizionistischer Thesen, die unter Berufung auf die Autorität Constantin Brunners mit viel Ressentiment vorgetragen werden. Man könnte meinen, ein solche Werk sei es nicht'wert, in einer zionistischen Zeitschrift besprochen zu werden. Aber es ist zuweilen wichtiger, ganz von dem abzusehen, w a s Autoren sagen oder sagen möchten, und nur zu beobachten, wie sie es sagen. Man kann dadurch auch aus ■gedanklich nicht eben bedeutenden Werken einiges lernen. II. Die Broschüre „Los vom Zionismus!" enthält außer einem Vor- und einem Nachwort je einen Aufsatz der drei Verfasser. Diese Aufsätze sind persönliche Bekenninisse. Zwei davon sind bewußt subjektiv gehalten. Der dritte, der sich u-.u eine betont impcrsüiiii-.nc Aundrn-Jusv, eise bemüht, macht den subjektivsten, den am meisten ressentimentbeiadenen Eindruck, Das ist Blankenfelds „Abruf vom Z i o n i s m u s". Ein prätentiöser Titel. Nicht wahr? Man erwartet .ein Pamphlet von der grandiosen, lapidaren Wucht des Komr.umisiisckeu' Manifest-. Luid mau liest •) J. Kauffmann, Frankfurt a. M., 1023