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Der jüdische Student · 1928-12-01 · Heft 8 (Dezember 1928) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
25 (1928)
Issue
Heft 8 (Dezember 1928)
Date
1928-12-01
Page
[Seite] (sequence 17)
Language
German
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im günstigeren Falle nur noch Ehrgeizige und Betriebsame, aber nicht wirkliche Priester der Erkenntnis an die Front bringen wird. Es bleibt, nach alledem, ewig wahr, die Religion ist das eigentliche Herz der Kultur und des menschlichen Lebens. Aber nudir als dies! Sie ist das wahre erste, letzte und tiefste Thema der Weltgesclihhte. Daran, lieber Bbr. Strauß, wird kein billiger Spott etwas ändern. Ausiiir ist nicht nur die Wissenschaft geboren — ilfre ersten Pfleger waren die Priester —, sie hat nicht nur die Moral gestärkt, vertieft, veredelt und gesteigert, nicht nur die Künstler inspiriert, nein, das Ringen um die Religbn, die Arbeit zur Bewältigung des Zweifels, der Kampf um die Durchsetzung und Durchführung der von ihr mit Enthusiasmus und Leidenschaft erfaßten. "Ideale entbindet auch die letzten, starken und idealen Kräfte im Kfenschen, besonders in den Kulturschöpfern und Kulturträgern, die sie unmittelbar und mittelbar zu erhöhtem Schaffen führt. Die Religion ist und blelrt der stärkste Erreger und Beweger aller höheren menschlichen Kräfte. Aus der Not des Lebens erwachsen, ringt in ihr das Leben um seine SelMbehauptung, seine Erhebung und Erlösung, ringt es um seinen Wert und eine immer höhere Gestalt. Die Religion ist nie ein völlig Fertiges, ein end^iltig Abgeschlossenes. Sie kämpft im Laufe der Geschichte, im Zusammenhang mit der immer weiter fortschreitenden allgemeinen Kultur, theoretisch und praktisch, um immer vollkommenere Formen und fördert so die MensclMeit immer höheren Zielen entgegen. Jüdische Jugendpflege. Von Siegfried Ros e.n bau ni (V. J. St. Maccabaea, Königsberg, A. H.). Es gibt keinen treffenderen Maßstab für die Zivilsation eines Volkes als Umfang und Inhalt seiner sozialen Leistung. Auch & Letzten und vom Glück am meisten Gemiedenen einzuordnen in die Reduktion und den Genuß menschlicher Güter,. sie teilhaftig zu machen eines lebenswerten Daseins ist die höchste, vielleicht sogar einzige Aufgale; die im Sinne der modernen sozialen Idee, einer Gemeinschaft gestellt wsrden kann. Für die Judenheit sind diese modernen Geistesströrrungen uralter Besitz. Seit Jahrtausenden ist Zedakah Gerneingut seiner Bekenner. Nur allzugern und nicht ohne berechtigten Stolz blicken wir zurück in unsere Vergangenheit und verehren in heiliger Scheu unsere Gesetze des Wohltuns und die historischen Denkmäler treuer Gesetzeserfüllung. Wenden wir aber den Blick in die Zukunft, auf äk: junge Generation, die zur Fortführung unserer Kulturleistung bestimmt vst, auf die Jugend, ohne deren seelische und körperliche Eignung eine den: Judentum wie der Menschheit förderliche Entwicklung der Judenheit undinkbar ist, so sehen wir ein Bild in trübsten Farben. Eine Jugend in sj* vielfacher und so drückender Not, daß für uns eine ebenso schwere wie dringende Aufgabe ersteht; eine Aufgabe, die— ganz gleich, wie der ehzelne zur jüdischen Zukunftsgcstaltung steht — als Grundlage jeder Juderireitsentwicklung betrachtet werden muß. Die Jugend ist das Material, ais dem die jüdische Zukunft gefügt wird. Um die Herrichtutig der Baustein! zur jüdischen Zukunftsgestaltung also handelt es sich, wenn hier von jüdischer Jugendnot i*

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