Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 25 (1928)
- Issue
- Heft 6-7 (November 1928)
- Date
- 1928-11-01
- Page
- [Seite] (sequence 53)
- Language
- German
- Belongs to
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noch völlig unverbraucht ist und die sicher fähig ist, in Ungarn einen neuen Zionismus zu begründen. Die Chancen für Zionismus in Ungarn sind sicherlich nicht schlecht, die ärgsten Ausschweifungen der Assimilation scheinen überwunden, das liberale Judentum tendiert dort stark zur jüdischen Tradition zurück, und-es. wird sicher möglich sein, die neu erwachenden jüdischen Energien für uns nutzbar zu machen, rsatürlicii bedarf diese Jugend dort der Hilfe von außen, und die Exckutiv-r-sollte es als ihre Aufgabe betrachten, so viel Menscherfi und Mittel wie möglich in die Gewinnung des ungarischen Judentums zu investieren. Mit vorzüglicher Hochachtung und Zionsgruß gez. Dr. Krame w i t z. Jugendtreffen des Landesaüsschusses Bsrfm der jugezidverbände in Brieselang. Am Sonntag, dem 2, September, fand in Brieselang das zweite Jugendtreffen der jüdischen Jugendverbände Berlins statt. Brieselang ist als Ort für solche Treffen sehr geeignet: mit seiner schönen jugeiidterberge und dem weit ausgedehnten Jugendgelände bietet es Unterkunftsnöglichkeiten und Platz für eine große Schar Jugendlicher. Es ist das zweitenal, daß die jüdische Jugend Berlins, soweit sie der Jugendbewegung asiphört, sich draußen trifft, um den sonst nur in den Spitzen vollzogenen Zusanmenschinß auch nach außen hin zu dokumentieren. Es hat sich gezeigt, schon die Vorarbeiten für ein derartiges Treffen verbindend wirken, wä auf diese Weise immer mehr Menschen aus den einzelnen Bünden die besaidere Wirkung der Arbeit an einem gemeinsamen Zwecke erfahren. Es waren über 1200, die herausgekommen waren; eine Anzahl mußte zurückädeiben, weil eine Schule ihre Schüler und Schülerinnen nicht vom Unterrirfit befreien wollte, andere waren durch die Sammlung für den Jüdischen fetionalfonds verhindert. Am Tage vorher, nach Sabbatausgang, waren schon etwa 300 bis 400 Jugendliche herausgefahren. Man stellte ein großes Zeltlager auf, worin man dann nachher übernachtete. Ein Lagerfeuer wurde entzün&t, um das sich alle versammelten. Ein aus verschiedenen Bünden zusammengesetzter Sprechchor sprach das erste Kapitel des Genesis in der Uebersdmmg von Buber und Rosenzweig. Daran schlössen sich Verse von Goethe. Den Abschluß der Feier bildeten Lieder. Am darauffolgenden Sonntage tfcafen dann die weiteren Gruppen nach und nach ein, bis dann gegen Mitfcajr alle versammelt waren. Von einer eigentlichen Eröffnung durch eine Ansprache hatte man Abstand genommen: der Vorsitzende des Landesaisschusses, Martin Sobotker, begrüßte nur am Sonntagmorgen alle Erschienenen und \elittc so das Treffen ein. Ein buntes Leben entfaltete sich bald auf dem großen Wiessngelände. Auffällig war die große Zahl von Jugendlichen in Pfadfindeifcacht: das Boyscouttum ergreift in immer stärkerem Maße auch die jüdisme Jugend. Am Vormittag fanden hauptsächlich sportliche Wettkänipfe stÄ darunter ein sehr interessantes Einladungswcttspie! zwischen Kadimab und Kameraden 53