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Der jüdische Student · 1928-11-01 · Heft 6-7 (November 1928) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
25 (1928)
Issue
Heft 6-7 (November 1928)
Date
1928-11-01
Page
[Seite] (sequence 54)
Language
German
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im Völkerball, aus dem nach einem auf beiden Seiten sehr geschickt geführten Kampfe der Kadirnah als Sieger hervorging. Gerade aus den sportlichen Wertkämpfen konnte man den Eindruck gewinnen, daß der Sport heute durchaus nicht mehr nur von den eigentlichen Turn- und Sportvereinen geübt wird, sondern daß er auch innerhalb der ■Jugendbünde die ihm gebührende Stelle gefunden'hat. Dies wurde durch die weiteren Kämpfe durchaus bestätigt, aus denen wir eine 10 X 100-Meter- Staffette für ältere Jungen und ein Handballspiel zwischen Jung-Jüdischem Wanderbund und Kadimah hervorheben. Aus beiden Kämpfen ging der Kadimah als Sieger hervor. Das sportliche Programm konnte deshalb wesentlich gekürzt werden, weil schon vorher an zwei Tagen die Ausschcidungskämpfe abgewickelt worden waren. Die Kämpfe wurden um Wanderpreise geführt, die schon im vorigen Jahre von jüdischen Großorganisationen, dem „Berliner Tageblatt" und einzelnen Jugendbünden gestiftet worden waren. Wir bringen, nachstehend das Ergebnis dieser Kämpfe: Preis der Jüdischen Gemeinde Berlin: für Handball — Kadimah; Preis des „Berliner Tageblatts":* für Staffelte für ältere Jungen — Kadimah;' . Preis der Vereinigung für das liberale Judentum für Jungen (Klasse 2) — Deutsch-jüdische Jugendgcmeinschaft; Herzl-Preis der Zionistischen Vereinigung für Deutschland: im Völkerball für ältere Mädchen — Kameraden; Preis der Deutsch-jüdischen Jugendgemeinschaft im 10x50-Meter- Laufen der Mädchen — Deutsch-jüdische Jugendgemeinschaft; Plakette Löwenfhal im Völkerball für Jungen (Klasse 1) — J. J. W. B.; Preis der verstorbenen Frau Henriette May für 10 X 5Ö-Meter-Laufen der jüngeren Mädchen — Deutsch-jüdische Jugendgemeinschaft T Preis des Verbandes der jüdischen Jugendvereine — Kadimah. Die vom Centraiverein der deutschen Staatsbürger jüdischen Glaubens und der Großloge für Deutschland gestifteten Preise gelangten noch nicht zur Verteilung. Beide werden noch durch Endkämpfe zwischen Jung-Jüdischem Wanderbund und Zophim verteilt werden. Nach den sportlichen Wettkämpfen versammelten sich alle auf dem großen Zeltlagerplatz. Aus jedem Bunde trat nacheinander eine Gruppe in die Mitte, um sich an dem „Sängerwettstreit" zu beteiligen. Aus der Verschiedenartigkeit der Lieder, die gesungen wurden, konnte man erkennen, wie stark sich das Leben der einzelnen Bünde voneinander unterscheidet. Wohl den stärksten Eindruck machte das von Mitgliedern des Jung-Jüdischen Wanderbundes vorgetragene hebräische Arbeiterlied „Diu dan" von Engel. Hier empfand man eine neue Art von Musikalität, deren Wirkung sich kaum' jemand entziehen konnte. Jeder Bund versuchte an diesem Tage .im Sport und im Singen sein Bestes zu geben, jeder zeigte die besondere Art seines Seins und seines Lebens, und doch hatte man den Eindruck einer aufs engste verbundenen, in sich geschiedenen und doch zusammengehörigen jüdischen Jugend. 54

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