Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 25 (1928)
- Issue
- Heft 6-7 (November 1928)
- Date
- 1928-11-01
- Page
- [Seite] (sequence 52)
- Language
- German
- Belongs to
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nistische Jugendbewegung Ungarns noch keinerlei zionistische Durchbilduno; und Tradition habe, sei aussichtslos und schädlich. Man müsse vielmehr eine zionistische Durchbildung und Erziehung in a.l i e n Altersstufen anstreben und müsse die jagend; für ihren Kampf um das ungarische Judentum vorbereiten. Daß aus einer wirklich zionistischen Jugend auch Chaluzim kommen weiden und kommen' müssen, sei selbstverständlich. Es ist gelungen, auf dieser Tagung eine Einigung" zwischen den Generationen herbeizuführen, die Schöm'rim verbleiben im Verband, sind in der Leitung vertreten, haben aber in allen ihren Erziehuugsfragen vollkommene Autonomie . Die führenden Menschen machen dort einen außerordentlich ernsten und zuverlässigen Eindruck. Die zionistischen Probleme, die man behandelt, sind die Probleme der gesamten; 'zionistischen Jugendbewegung. Die zionistische Jugend Ungarns befindet sich nicht-etwa in einem besonders naiven Frühstadium, sondern versucht durchaus, der heutigen zionistischen. Gesamtsituation gerecht zu werden. Natürlich sind ihre Kräfte noch schwach, ist ihre Zahl noch gering, vor allen Dingen haben sie keinerlei Unterstützung von irgendeiner Seite. Eine zionistische Organisafion in Ungarn existiert kaum. Erst seit einem Jahr ist die Organisation legalisiert und kann mit einer systematischen Arbeit beginnen. Der zionistische! Einfluß des Auslandes (Deutschland, Oesterreich, Rumänien, Tschechoslowakei) wirkt sich auf die Führerschaft aus. Leider bedingt % die Sprachenfrage eine gewisse Isolierung. Eine ungarische zionistische Literatur existiert im wesentlichen als Uebersetzungsliteratur (man hat Pinsker übersetzt, übersetzt jetzt Böhm). Zu einer Uebersetzungsarbeit größeren Stils-fehlen leider die Geldmittel. Die Beziehungen zur älteren zionistischen Generation sind nicht sehr gut. Einmal macht man dieser Jugend zum Vorwurf, daß sie sich allzu sehr auf ihre eigene Arbeit beschränkt und an dem Aufbau einer zionistischen Bewegung in Ungarn zu wenig Anteil nimmt, besonders keinerlei Interessen für die Ortsgruppenarbeit zeigt. Mir scheint aber dieser Vorwurf nicht gerechtfertigt zu sein. Einmal zeigt jede echte Jugendbewegung die Tendenz zur Konzentration auf sich selbst (eine Tendenz, der man nicht entgegenarbeiten kann und soll), zweitens ist die Bewegung in Ungarn noch viel zu jung und mit sich selbst beschäftigt, um heute schon Kräfte für die allgemeine Zionistische Organisation freimachen zu können. Man muß außerdem anerkennen, daß die gesamte N.-F.-Arbeit von dieser Jugend gemacht wird und daß die Einnahmen des N.-F. in stetem Steigen begriffen sind (die ganze Jugendbewegung ist entstanden aus Hclfergruppen des K. K. L.), Weiter macht man dieser Jugend Vorwürfe, daß sie allzu überheblich sei, alles in Ungarn Geleistete nur sich zuschreibe, daß sie, wie mm mir sagte, „zu viel, schreibt und zu viel redet". Diese Jugendtagurig war für mich eine freudige Ueberraschung. Wir rechnen heute noch nicht mit einem Zionismus in Ungarn und sind geneigt, alles, was sich dort an Zionismus? regt, für sehr bedeutungslos und sehr naiv zu halten. Demgegenüber fand ich eine verhältnismäßig große und zionistisch entschlossene Jugend, die ihre Aufgaben sehr ernst nimmt und