Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 25 (1928)
- Issue
- Heft 6-7 (November 1928)
- Date
- 1928-11-01
- Page
- [Seite] (sequence 51)
- Language
- German
- Belongs to
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Slowake^ empfangen haben. Die Schomrim-Gruppen sind sehr" eng. am den Hasehomer-Hazair gebunden (ideologisch und organisatorisch), proklamieren als oberstes Ziel Chaluziuth, sind Sozialisten, (oder, wie man es dort verschämt nennt, sozial) und entwickeln allmählich eine ähnliche Ideologie, wie sie der Haschomer-Hazair oder in Deutschland der j. J. W. B. hat. Zwischen den Schomrim-Gruppen und der Führung der . Aeiterengruppeu hat sich in der letzten Zeit eine starke Spannung herausgebildet Die Schomrim-Gruppen verlangen für sich vollkommene Autonomie m allen Erziehungsfragen, lehnen es ab, von der Leitung der Hitachduth Weisungen zu empfangen und fühlen sich in allen ihren Erziehungsfragen als ein Teil der Haschomer-Hazair-Bewegung. Sie bedienen sich völlig der Terminologie der Jugendbewegung, lehnen die älteren Gruppen als „bürgerlich4ab, wollen den gemeinsamen Verband lediglich als Zweckverbaad für organisatorische Fragen und für Außenarbeit anerkennen und dachten vorübergehend daran, aus dem Verband auszutreten. Für die Fühi«r der Hitachduth Hanoar war die ganze Frage zu einer Machtfrage geworden, und die Situation war unmittelbar von der Tagung sehr bedrohlich man rechnete ziemlich sicher mit der Möglichkeit eines Ausscheiden der Schomrim-Gruppen, was in diesem Stadium der zionistischen Jugendbewegung ein außerordentlicher Schade gewesen. wäre. Die Tagung selbst nahm einen außerordentlich guten und erfreulichen Verlauf. Sie war sehr gut besucht, besonders aus der Provinz (zirka 250 Teilnehmer). Budapest selbst war schwach vertreten (Reisezeit). Die Tagung wurde mit einer hebräischen Vorkonferenz eröffnet. Es gibt eine Reihe von Führern, die hebräisch können, in der jungen Generation beginnt man jetzt ernsthaft hebräisch zu arbeiten. Die eigentliche Tagung begann mit einer offiziellen Kundgebung arm Sonntag Vormittag, die, abgesehen von den Jugendlichen, von einer, Reihe von Mitgliedern der Zionistischen Organisationen Budapests besucht war. Auf dieser Eröffnungssitzung erstattete ich mein Referat über die „Probleme der zionistischen Jugendbewegung". Bis auf die ganz jungen Menschen, die kaum deutsch sprechen, wurde das Referat durchweg verstanden! und spielte in der Diskussion der folgenden Tage eine Rolle. Ich habe es nicht nur als meine Aufgabe betrachtet, dort eine Rede zu halten, sondern habe aa allen Sitzungen (mit Hilfe eines Dolmetschers) teilgenommen und mich an den einzelnen Diskussionen beteiligt. Als meine besondere Aufgabe empfand ich es, den Konflikt zwischen den Schomrim-Gruppen *und den Aelterengruppen beizulegen. Ich unterstützte die Forderung der. Jüngeren nach Erziehungsautonomie und versuchte den Führern klarzumachen, daß es sich hier nicht um eine Machtfrage handelt, sondern um einen elementaren Prozeß, den wir überall da feststellen müssen, wo sich eine echte Jssgend befindet Gegenüber den Führern der - Schomrim-Gruppen betonte ich immer wieder, daß es nicht darauf ankommen könne, die Idee der Haschomer-Hazair-Bewegung kritiklos zu übernehmen, sondern daS man eine Jugend in Ungarn heranbilden müsse, die für die Funktion der Eroberung des ungarischen Judentums fähig sei. Lediglich Chaluziuth zu propagieren ohne Rücksicht darauf, was aus den 90 °/o wird, die dieser Forderung nicht nachkommen können, ohne Rücksicht' darauf, daß die zio- 51