Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 25 (1928)
- Issue
- Heft 6-7 (November 1928)
- Date
- 1928-11-01
- Page
- [Seite] (sequence 50)
- Language
- German
- Belongs to
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Bericht über den 3« Bundestag der Hitachduth Hanoer b'Hung&ria. An die > . Zionistische Exekutive Organisations-Departement London. Sehr geehrte Herren Gesinnungsgenossen, ich möchte Ihnen nachfolgend über die Eindrücke berichten, die ich von der zionistischen Jugendtagung in Ungarn, an der ich in Ihrem Auftrag teilgenommen habe, empfangen habe. Ich war in Budapest vier Tage und habe an sämtlichen Beratungen dort teilnehmen können und so Gelegenheit gehabt, mir ein ziemlich genaues Bild von den Menschen und von ihrer Arbeit zu machen. Es ist Ihnen ja bekannt, daß die Hitachduth Hanoar erst seit zirka drei Jahren besteht. In dieser Zeit hat der Verband eine sehr rasche Entwicklung genommen. Es bestehen heute in fast allen größeren Provinzstädten Ungarns Jugendgruppen. Insgesamt umfaßt der Verband zirka S00 organisierte Mitglieder. Innerhalb des Verbandes sind Menschen aller Altersstufen organisiert, die Aelteren (etwa* 18 bis 25) in sogenannten Barissiagruppen (junge Männer) und in Awiwagruppen (junge Mädchen), die Jugendlichen sind in Schomrim-Gruppen organisiert. Die Aelterengruppen arbeiten etwa im Stil von K. J. V.-Verbindungen bzw. im Sinne des früheren Herzl-Klubs. Die zionistisch-akademische Verbindung „Makkabäa", die seit 25 Jahren in Ungarn besteht, ist in den Verband miteingetreten. Ihre Mitglieder arbeiten aber zum! großen Teil in den anderen nicht akademischen Gruppen mit. Der Aufbau der Verbindungen lehnt sich eng an das Vorbild des K. J. V. an, es gibt Füchse, Burschen, Leibverhältnis, Burschenprüfungen usw. Die Disziplin und die Form des studentischen Lebens haben sich als ein sehr wesentlicher Erziehungsfaktor gerade für die Anfangsjahre der Bewegung herausgestellt. Die Führer der Hitachduth sind Studenten, die ihre zionistische Schulung im Ausland, besonders in Deutschland und in Wien, bekommen haben; es sind im wesentlichen K. J. V.er, die das, was sie hier im K. J. V. gelernt haben, jetzt mit großem Erfolg in ihrer Arbeit verwerten. Man ist sehr stark am deutschen Zionismus orientiert. Die „Rundschau" wird dort eifrig gelesen und durchgearbeitet, ebenso wird der „J. St." von den Führern mit großer Aufmerksamkeit gelesen. Die jungen Mädchen sind in Awiwa-Gruppen organisiert. Bei der Erziehung der Mädchen machen sich schon jetzt gewisse Schwierigkeiten bemerkbar. Es fehlt ihnen an Arbeitsmöglichkeiten. Man will jetzt versuchen, sie für soziale Arbeit, im Sinne etwa der Jung-Hadassah, zu interessieren. Neben einigen Jugendgruppen, denen aber keine sehr große Bedeutung zukommt, sind die Jugendlichen in Schomrim-Gruppen organisiert. Es sind in letzter Zeit in Budapest und in fast allen Provinzstädten Schomrim-Gruppen gegründet worden mit Führern, die ihrerseits ihre Schulung in der Jugendbewegung Deutschlands, Oesterreichs und der Tschecho- 50