Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 25 (1928)
- Issue
- Heft 6-7 (November 1928)
- Date
- 1928-11-01
- Page
- [Seite] (sequence 41)
- Language
- German
- Belongs to
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heit dieser Jugend, das Diskutieren pädagogischer und das Ringel um weltanschauliche Fragen; immer wieder werden auch das soziale Problem, der Klassen- und das persönliche der Altersunterschiede ange>ch:itten. 6. Ueberhaupt gibt es trotz des fest gesteckten Zieles hier Probleme genug. Welcher Jugendbund hat keine „Aelterenfrage", sei es, daß die Alten zu aktiv, sei es, daß sie zu passiv sind 'für das Empfinden der jeweils Kommenden? Ein ernstes Problem der letzten Jahre war ferner die Frage, ob der Esra eine rein ideelle Einstellung zu Erez-Israel vertreten oder sich auch an der praktischen Arbeit beteiligen sollte; mit gewissen, im Wesen des Esra begründeten Einschränkungen entschied sida der Bundestag auf der Homburg für letzteres (vgl. Harry Abt, Esra-Tagung auf der Homburg, Blätter der A. J. J.O., 1925, Nr. 16, S, 1 f.). Das meiste blieb hier freilich bisher auf dem Papier: auch dies wohl eine Folge des Umschwungs in Palästina. Im Vorjahre hat den Bundestag wesentlich eine pädagogisch-methodische Frage beschäftigt. 7. Die Arbeit der Führerschaften weist wohl starke ältliche Verschiedenheiten auf; doch scheint es mir ausgeschlossen, daß irgendwo eine größere Führergruppe auf die Dauer besteht, die ihre Zusammenarbeit auf technische Dinge beschränkt. Es handelt sich hier viekiehr um mehr oder weniger homogene Kreise, die sich zu lebhafter geistiger Arbeit zusammenfinden. Selbstredend — und das entspricht der Verantwortung, die man trägt"— stehen pädagogische und methodische Fragen im Vordergrund. Aber die Weitersehenden erkennen, daß wichtiger aösdie Frage, wie ein einzelner Heimabend technisch aufzubauen oder wk im Einzelfall eine Sache anzufassen ist, Arbeit und Sorge dafür sind, daß Wissen und Weltanschauung jedes Führers hinreichend gefestigt den Weg nehmen, den die Idee des Bundes weist. Ueberdies weiß man, daß der scharf gewählte Kreis der Führer nur Menschen enthält, die selbst soch problematisch sind und in erziehungsfähigem Alter stehen, daß also hier eine Erziehungsarbeit der Aelteren meist nicht weniger lohnt als in den Gruppen. 8. Doch liegt bei letzteren selbstredend schon dem Umfange nach der Haupttei! der Arbeit. Die Idee, die der Bund vertritt, ist, obschon es ihr gelungen ist, durch Jahrtausende hindurch stets wieder Menschen bis ztrm Todesmut 2U begeistern, wenig geeignet, gerade den heutigen jungen Menschen In den Entwicklungsjahren ganz zu erfassen. Daß hier nicht Revolution gegen das im Elternhaus Anerkannte gelehrt wird, trägt <*her dazu bei, die Stellung zu erschweren, und der straffe Gehorsamsgechcike schreckt jugendlichen Aufruhrgeist. Ueberdies ist die systematische Begründung der Thoraidee so schwer, daß diese dem Bestreben der Jugend, alles auf eine glatte Formel gebracht zu sehen, wenig entgegenkommt. Wieviel leichter haben es da Ideen mit Romantik, wie die der Auflösung von Familie und Eigentum oder sogar die Idee konkreter Wiedergeburt des jüdischen Volkes. 9. Gegen diese spezifische Schwierigkeit gibt es — von Gencra&onen erprobt — ein spezifisches Mktel: das jüdische „Lernen". Louis Levinger spricht im schon mehrfach genannten Aufsatz von der „Freude am Lernen*'; und in der Tat ist das ein Zug, dem nichts aride;es gjeich- 41