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Der jüdische Student · 1928-11-01 · Heft 6-7 (November 1928) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
25 (1928)
Issue
Heft 6-7 (November 1928)
Date
1928-11-01
Page
[Seite] (sequence 37)
Language
German
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wie tk-r Kadimah durch das einfache Bekenntnis, jüdisch zu aiheiter, seine I-d-.v .festgelegt haben, da dieses Bekenntnis zunächst noch nick: darüber entscheidet, in welcher Richtung seine jüdische Tätigkeit \v> laufeu wird. Die Richtung aber muß gezeigt werden, da sonst d*± Arbeit sinnlos wird. Weiches ist diese Richtung, d. h. welche Stellung nimmt der Kackmä: zu der judenfrage ein? Da in unserem Kreise weder die Orthodoxie noch der Liberalismus auf eine größere Zahl von Anhängern rechnen karm so bliebe also, die drei großen Richtungen innerhalb des Judentums allein betrachtet, nur der Zionismus als Bundesidee übrig. Diese Schlußfolgerung hat ihren Fehler darin, daß sie die doppelte Bedeutung des Begriffes „Zionismus" übersieht. Dieser bedeutet nicht nur eine bestimmte weltanschauliche Bewertung (die Juden sind eine nationale Gemeinschaft, ihre Kulturwerte können nur bei gruppenmäßiger Absonderung erhalten werden usw.), sondern gleichzeitig eine aus dieser Weilanschauung gefolgerte politische Konsequenz (die jüdische Renaissance kann nur innerhalb einer staatlichen Organisation erfolgen, diese Organisation muß' diese ulk! jene Merkmale haben usw.). Hat man sich einmal diesen doppelten Charakter des Zionismus klargemacht, so muß man die Frage stellen, ob der Kadimah den Zionismus in seiner Doppelgestaltigkeit übernehmen kann. Die Beantwortung dieser Frage hängt davon ab, ob man eine politische; Erziehung; bejaht oder verneint. Vernetut man sie nämlich, so könnten ■ die politischen Konsequenzen des Zionismus in dem Erziehungsbilde keinen i Platz haben. Obwohl wir der Meinung sind, daß es eine absolut obj jektive Erziehung nicht gibt, daß vielmehr jede Erziehung bewußt oder i unbewußt Werte in dem Erziehungsobjekt verankert, so glauben wir i doch, daß es eine Tendenz zu einer möglichst objektiven Erziehung gibt, indem z. B. der Erzieher auch: die Schattenseiten seiner eigenen Meinung darstellt und so die Basis für eine Kritik eröffnet. Die Frage ist nur, wie weit das Erziehungsbild gehen darf, mit anderen Worten, ob es über die weltanschauliche Fundierung hinaus zu politischen Konsequenzen zwingen soll. Aus drei Gründen lehnen wir eine politische Erziehung in oben dargestelltem Sinne ab: 1. Die Entscheidung für eine politische Bewegung stellt an die Konzepüonsfähigkeit des sich Entscheidenden erhebliche Anforderungen, die durchschnittlich erst in einem Alter gegeben ist, welches über das Alter unserer Jungens und Mädchen herausreicht (Entwickliuigspsychologischer Gesichtspunkt). 2. Das Hineinwachsen in eine politische Bewegung enthebt den Hineinwachsenden vielfach der genauen Ucberprüümg hinsichtlich der politischen Tragweite der Bewegung, so daß die nur gefühlsmäßig gewonnene Entscheidung den Rückschlägen der Bewegung meist nicht standhält (Rationeller Gesichtspunkt). 3. Die Entscheidung für eine politische Bewegung bringt Umwälzungen in dem gesamten Lebensbild des Einzelnen hervor und rrfaid.it gerade beim Zionismus eine Umgestaltung der Berufsabsichten usw. Diese Entscheidung muß selbsc getroffen werden u.id sann aus 37

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