Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 25 (1928)
- Issue
- Heft 6-7 (November 1928)
- Date
- 1928-11-01
- Page
- [Seite] (sequence 33)
- Language
- German
- Belongs to
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und zu bewältigen versuchen. Das müssen wir „Idealisten" \erstellet, ohne den Wert unserer Ideale herauf- und den Wert der ideale der jungen, herabzusetzen. Iii. Dennoch liegt der Kritik, von der meine Untersuchung ausgegangen ist, auch nach meiner Ansicht eine gewisse Berechtigung zug; unde. Ohne Werturteil und ohne Personeukribk muß von der Generation unserer 'rJjahrigeu nämlich eines gesagt werden, daß von ihr bisher weder ein leitender Gedanke, noch eine vorbildliche Tat, noch ein führender Mensch ausgegangen ist. Dies will ich näher begründen. Außerhalb unseres Kreises gibt es diese drei, gibt es Gedanken, Taten, Menschen. Es gibt sie im Lager der Sozialisten, es gibt sie in dem der Künstler und Wissenschaftler, unter Sportsleuten — nämlich jüdische Gedanken, Taten, Menschen. Wenn ich nun das spezifisch K. J. V.cr-MäOige in Gegensatz zu diesen Menschengruppen stelle, so meine ich damit nicht, daß nicht unsere Metischen genau so gut unter Sozialisten, unter Wissenschaftlern usw. zu finden, seien. Aber als Gruppe betrachtet, unter dem, Gesichtspunkt ihrer Leitidee unterscheiden wir uns deutlich von jenen. Wir sind zwar politisch, aber nicht der aktuellen Politik unterworfen trotz der „Tatsachen/"' des Mandats und des Aufbaus des Landes. Wir sind zwar Geistige, Kulturschöpferisdie, aber nicht als Sucher reiner Wissenschaft, nicht als individualistische Glückssucher. Und wir sind auch nicht die harmlosen Spieler der Olympischen Spiele. Es gibt vielleicht nur eine Bezeichnung für uns, die vor ziemlich langer Zeit ein Schlagwort _ war: wir sind Aktivisten. In uns lebt der Glaube an die gestaltende Kraft unseres Willens. Das ist das Charakteristikum des wahren Zionisten. Darum stehen in unserem Programm die Worte: „will", „Bewußtsein", „erziehen". Auch die Generation der Dreißigjährigen stellte nur wenige führende Menschen, sowohl für das K. J.Y. wief für die Organisation. Für sie gab es immer die Entschuldigung der furchtbaren Dezimierung durch den Krieg. Aber das gilt nicht mehr. Die Träger und Weiterträger unserer Ideale unter unseren Zwanzigjährigen leiden nicht mehr am Kriege, wenn sie auch» wie ich oben zeigte, davon wesentlich; beeinfilußt sind. Man sollte folgern, daß sie, die so selbständig sind, in hohem Grade „Aktivisten" waren. Aber daran zu zweifeln, besteht aller Grund. Sie sind tüchtige Organisatoren, glanzende Redner (gelegentlich auf Konventen), manchmal elegante Stilisten — aber schlechte Chargierte, noch schlechtere Erzieher ihrer Leibfüchse. Ihr Ideal ist der „Klub" (eventuell der Sportklub), aber nur die Korporatio n w ü r d e sie zu F u h r e r n e r i i e h e m Iis ist schwer, den vollen Beweis für diese Behauptungen zu erbringen. Denn die Vielfältigkeit der b11ndesbrüdeutelten Erscheinungen und vor allem der überall gehegte Wunsch, daß es nicht so sein, möge, stellt das Gegenteil davon ebenso deutlich als richtig hin. Videant consules! Wird das nächste K. J. V.-Präsidium ein wesentlich anderes Gesicht haben als das jetzige? Werden junge Führer an die Stelle derer treten, die in die Bresche sprangen, ohne „Programm", aber mit dem Willen, die „Arbeit" zu tun? Aber das ist nicht wichtig. Wichtig ist: Habt