Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 25 (1928)
- Issue
- Heft 6-7 (November 1928)
- Date
- 1928-11-01
- Page
- [Seite] (sequence 30)
- Language
- German
- Belongs to
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daß nicht das Elternhaus, sondern das unkontrollierbare Milku \ Straße, Schule und Elternhaus sie erzogen hat. Das war auch h: .? früheren Generation der Falk Aber das Milieu, das sie gehörnt hd, v niclit nur um eine gewisse Zeit verschieden von dem Milieu, dn . ü; Eltern formte. Es ist verschieden auch qualitaiiv durch die Yerän:hi ,.■ der Grundelemenle dieses Milieus, durch die Umlagerun g der GeselU:h.::'- schichten, durch den Uebergang von Militärdienst (Einjährigenjahr) /;,.., Sport, durch die Verstärkung des Antisemitismus in der Schulzeit und chv gleichzeitige Verstärkung des jüdischen Selbstbewußtseins u. a. Die F\,>; .< vom Jahrhundert des Kindes und die Jugendbewegung, dieser dopp;*'.- Ansturm auf die alten Prinzipien der Erziehung, haben ihre Früchte < etragen. Die junge Generation, die das Glück hat, das Ergebnis ein,-,, wie ich glaube, säkularen Umschwungs zu genießen, ist anders und, w.i; bemerkenswert ist, hat schon die Erkenntnis davon, daß ihr Erziehung.-,- inüieu anders ist als das ihrer Eltern. Und wenn sie diese oft mehr bedauert als verurteilt, so erkennt sie in jedem Fall deutlich ihr Ander-- sein und ihre innere Unabhängigkeit vom Elternhaus. Denn sie sind Kinder einer Zeit, die die Naturkräfte nicht als wunderbar bestaunt, sondern sie genutzt, die Volksgemeinschaft nicht als moralisches, sondern als formalem Phänomen deutet und die Zionismus und Nationalheim nicht als Ideal kennengelernt hat, sondern als sichtbare und kritisierbare Tatsachen. Auf diese selbständige Jugend wirkt der Zionismus zunächst durch seine konkreten Dinge, durch die Palästina-Kolonisation, durch Tagungen, durch das Niveau der Diskussionen und der Literatur. Westjüdische Jugend hat schon immer den Zionismus mehr mit dem Verstand als mit dem Herzen erfaßt. Nun ist gar noch die Romantik der Jugendbewegung geschwunden und dafür die organisatorische und politisch-ökonomische Leistung des Menschen erstrebenswert geworden. Freilich gibt es auch jetzt noch Bünde, die mit Totem, Lagerfeuer und buntem Nackentuch Jungens und sogar Mädchen um ihr Fähnlein scharen, aber es gibt wohl keine Jugendorganisation, keine Gruppe, keine Schar mehr, die nicht mit militaristischen und faschistischen Formen ihr fest umrissenes Programm zu erreichen versucht, ganz abgesehen von den Partei-Jugendgruppen, deren Zweekhaftigkeit selbstverständlich ist. Und ob es ein Boheniö, oder ein Bürgerideal ist, ob kapitalistische oder proletarische Tendenz, ihre Begründung, ihr Diskussionsniveau, ihre Zielsetzung entbehren der rhetorischen Fülle und tiefgründiger Phraseologie, und so gewinnen sie viel Zeit auf ihren Tagungen für Spiel und Sport. Es schein?, als ob die Form vichtiger gev.orden ist als der Inhal*. Aber es scheint nur so. Der Gegensatz heißt vielmehr: konkrele, gre-:- bare, f,>;mh:,rc Form gegen abstrakte, theOix-ü=.chc, unbeeinfhißn:-re Idee. Das ist der epochale Gegensatz der ganzen Gene/atiou' zu eine, ander, n (eine Tatsache, die jedenfalls nicht von dieser Stelle aus zu ändern is:. wenn sich auch gegen ihre Unabänderlichkeit unsere ganze zionistische Weltanschauung sträubt). Darum können wir unsere Menschen nicht rn ehr mit der Tiefe der G e f ü hie und öccla u k c» ei n e - B u b e r, s o n der n n u r in i i de in S c h w u n g und der G r o :! - z ü g i g 1; e i t der urspr ü n p 1 i c h e n H e r?. i s c h e u K o n 2 e;' * 30