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Der jüdische Student · 1928-11-01 · Heft 6-7 (November 1928) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
25 (1928)
Issue
Heft 6-7 (November 1928)
Date
1928-11-01
Page
[Seite] (sequence 25)
Language
German
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der „bürgerlichen Welt" zu ihren Wesensbestandteilen gehört. Diese Ablehnung der „bürger,:chcn Welt" ^iht dem Milieu des J.J.W, B. seine Aktualität und Lebendigkeit, auch gegenüber dem Leben hier, läßt den J. J. W. B. in irgendeiner Weise eingeordnet erscheinen in die Bewegung des Proletariats hier. Diese Einordnung ist oft nur eine bewußtseinsmäßige, ohne daß eine klare organisatorische Verbindung vorhanden wäre. Man ersieht daraus, daß das wichtigste pädagogische Agens in der Erziehung der Jüngeren des J. J. W. B. das von der sozialistischen Bewegung Palästinas und der Galuth gestaltete Milieu ist. Viel später und mit viel weniger Allgemeinheit setzt die eigentliche ideologische Erziehung des Bundes ein. Ist die Erzeugung des Milieus eine Leistung des Oesamtbundes, so wird die ideologische Erziehung eine Leistung der einzelnen und damit in ihren Ergebnissen von den Qualitäten der einzelnen abhängig. Hierin liegt eine bestimmte, von uns keineswegs verkannte Gefahr. Dabei kommt hier von einem ganz anderen Gesichtspunkt her das soziale Moment der Bildung zum Durchbruch. Das sozialistische Milieu des J. J. W. B. bringt es mit sich, daß Menschen aus dem Bürgertum nur immer im geringen Maße erfaßt werden. Nun ist aber heute das Bürgertum noch weitgehend Träger der „Bildung". Darüber hinaus ist aber gerade zionistische und zionistisch-sozialistische Erziehung weitgehend eine Sache der Bildung. Auf der gefühlsmäßigen Basis der Bejahung des Volkszusammenhanges und des Erneuerungswillens der Gemeinschaft hat sich ein intellektueller Ueberbau der Rechtfertigung dieser Gefühls- und Willensrichtung gegenüber den Mächten dieses Lebens aufzubauen. Der Einzelne kann sich nicht damit begnügen, sich für den Aufbau eines sozialistischen Palästina zu erklären. Er muß diese Erklärung* gegenüber Nichtzionisten und bürgerlichen Zionisten rechtfertigen können. Er muß vor allen Dingen die Richtigkeit dieser Fjitscheidung gegenüber anders gerichteten Meinungen im Sozialismus und besonders im Kommunismus sich selbst und anderen darlegen können. Dazu gehört nicht, nur bestimmte feste Formeln zu übernehmen, sondern meistenteils selbständiges Denken, das auf einem Mindestmaß von Wissen aufgebaut sein muß. Dieses Mindestmaß zu erwerben, ohne jemals richtig Zeit für eine derartige Arbeit zu haben, weil der Beruf zu wenig Zeit übrig läßt und weil die Schulbildung abgesehen davon nicht zu der Bewältigung von Wissensproblemen ausreichend vorbereitet, ist eine durchschnittlich fast unlösbare Aufgabe. Hinz^ kommt noch, daß gerade die Grundlagen für den zionistischen Sozialismus nicht in einzelnen Grundwerken dargestellt sind, sondern daß sie aus denj verschiedensten Quellen zusammengesucht werden müssen. Es ergibt sich daraus, daß man weitgehend auf eine „mündliche Ueberlieferung4' angewiesen ist, und daß der Hauptteil der geistigen Fortbildung; in den Gruppen selbst geleistet werden muß. Bei diesem Prozeß der geistigen Auseinandersetzung erhält der J. J. W. B. von außen nur sehr wenig Hilfe. Er ist vor die entscheidende Schwierigkeit gestellt, daß ihm hier in Deutschland keine ältere Generation gegenübersteht, die ihm ihre Weltanschauung traditionell übermitteln könnte. Der bürgerliche Zionismus kann diese* Aufgabe nicht erfüllen. Ihm fehlt weithingehend der Wille und die Möglichkeit zur konkreten Verwirklichung 25

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