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Der jüdische Student · 1928-11-01 · Heft 6-7 (November 1928) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
25 (1928)
Issue
Heft 6-7 (November 1928)
Date
1928-11-01
Page
[Seite] (sequence 24)
Language
German
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Der Jung-Jüdische Wanderbuad. Von Dr. Georg Lubinski (J. J. W. B.), Wein man die nunmehr fünfjährige Geschichte des Jung-jüdischen Wandeiäundes überblickt und sich fragt, was von den Zielen des Bundes während dieser Zeit geblieben und was von ihnen verändert worden ist, so ist das Äzig Beständige wahrscheinlich nur der Name dieses Bundes. Seine Ziele, zun größten Teil auch seine Menschen sind durchgehend andere geworden. Die Menschen, die am Anfang der Geschichte des J. J. W. B. gestanden haben, gehören zum allergrößten Teile heute nicht mehr zu ihm. Nicht nir weil sie älter geworden sind, sondern auch weil die Bewegung des ganzen Bundes entscheidend anders geworden ist. Das ist im wesentlichen durch die klare Hinwendung des Bundes zum zionistkihen Sozialismus bewirkt worden. Aus einem neutralen, fast ausschließlch westjüdischen Jugendbunde ist ein sozialistischer, stark ostjüdisch} zusammengesetzter zionistischer Bund geworden, der ausdrücklich an seine älteren Mitglieder die Aufforderung richtet, sich politisch zu betätigen. Trdz dieser Verpflichtung zur politischen Betätigung steht im Mittelpunkt dsr Bundesarbeit die Frage nach der Erziehung seiner Mitglieder. Der Bund mterscheidet sich wohl ganz allgemein dadurch von der Partei, daß er seine Glieder erziehen will, während die Partei von ihnen nur eine bestimmte Deklaration verlangt. Käme es für uns nur auf dieses Bekenntnis an, so w.ürde das verhältnismäßig leicht abgegeben werden können. Der Bund kam sich aber mit solch einem Bekenntnis nicht begnügen, er kann sich auol andererseits nicht nur darauf verlassen, daß nach einer bestimmten! Zeit, wem Forderungen an die Menschen des Bundes gestellt werden, es sich eimeisen wird, ob dieses Bekenntnis verpflichtende Wirkung für das ganze Heben hat. Der Bund muß vielmehr voraussetzen, daß das Bekenntnis an sich nichts bedeutet und daß eine Erziehungsarbeit nötig ist, um den iiihalt dieses Bekenntnisses zu einem integrierenden Teil des Lebens zu macten. Die Aufgabe der Erziehung des Bundes ist, die Spannung zwischen dem Bekenntnis durch Worte und dem Bsik enntnis durch das Leben zu überwinden. (Von der Redaktioi gesperrt.) Dunh welche spezifischen Kräfte wird versucht, diese Aufgabe zu erfüllen? Wir haben davon auszugehen, daß die meisten Menschen schon im Beginn ihrer Pubertät, d. h. im Alter von etwa 13 Jahren, in den Bund hineinkonmen. Das Anziehende des Bundes ist für sie einmal das Zusammensein mit gleichaltrigen jungen Menschen unter einer freien Führung. Die Führung ist frei insofern, als sie in Kameradschaft mit der Gruppe verbunden ist und insofern sie nicht von einer Instanz der Erwachsenen eingesetzt worden ist. Die spezifische Anziehungskraft des J. J. W. B. darüber hinaus beruht aif der palästinanahen Atmosphäre des Bundes. M-m kann sagen, daß der neue Lebensstil des palästinensischen Arbeiterleber. "elleicht auch nur der Stil Ihr Feste, auf eigentümliche Weise in den Bunc lommen worden ist und liiei eine attraktive Wirkung ausübt. Die At Ire, die so entsteht, ist nicht nur durch "das hebräische Lied, durch palästinensischen Tanz chxrakterisiert, sondern auch dadurch, daß eine bestimmte Ablehnung 24

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