Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 25 (1928)
- Issue
- Heft 6-7 (November 1928)
- Date
- 1928-11-01
- Page
- [Seite] (sequence 23)
- Language
- German
- Belongs to
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- Selm 1× ep/1045700
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llja Iljitsch Brutzkin, ein urrussischcr Muschik, den Draufgjmge-tum und Ehrgeiz vorn Gerneinen zum General emnorrrugen, ein schiw-pssLUger Landsknecht, dessen Lieblingsbeschäftigung noch ans zaristischer Zeh her Pogrome sind, ist sein Untergebener und. Nebenbuhler in der Armee. Oimitri Pawlowitsch Pantschew, ein zaristischer CMhiVur, dem die Revolution das Leben ließ, aber die Achselstücke nebst d^/mgehö-;;. r Gonähnlichkeit nahm, ein weißgardistisch-T Verschwörer, der, in Mc<v.t unterirdisch hausend, auf Putschgelegenheit lauert, ist sein persönlicher Feind und Nebenbuhler bei einer Frau. im Kampf mit den gegenrevohitionären Truppen dringt die Rote Armee siegreich vor. Um den verhaßten Vorgesetzten im Tiefsten zu verletzen und auf Grund der erwarteten!. Abwehr zugleich stürzen zu körnen, inszeniert Brutzkin auf dem Vormarsch einen Pogrom, bei dem Poclkamienskis Vater ermordet wird. Ungläubig, widerstrebend, mit .afien Energien seines Hirns sich wehrend, vernimmt, der Selm die k'uude, uxtersuchl den Fall und findet Bestätigung. Vor dem Rat der Volkskommissare zieht er Brutzkin zur Verantwortung, zeiht ihn gegenrevolutio.iären Tuns, verlangt seine Absetzung und Bestrafung. Die Volkskommissare mißbilligen aufs schärfste Brutzkius Verhalten — und legen PoJkamieiski nahe, vom Oberbefehl zurückzutreten. Denn der siegreiche Feldherr, der Kriegsheld, muß ein Mann aus dem, Volke sein, der die Sprache der Misse spricht, den sie als ihresgleichen empfindet. Das ist Brutzkin, der urrussische Bauer, nicht Podkamienski, der jüdische Intellektuelle. Darum muß Brutzkin zum Sieger proklamiert werden, muß er das Oberkomm&ido erhallen. „Wir wissen uns natürlich frei; von diesen Vorurteilen. Aber, Sie müssen verstehen, Genosse Podkamienski, politische Rücksichten ., . ." Und Genosse Podkamienski versteht. Er geht, um Rußland wiederum vorübergehend zu verlassen, Rußland, das ihn — er glaubt es wirklich! — zur Zeit nicht gebrauchen kann. Auf einem Bahnhof, nahe der Grenze, lauern die Fememörder des Rats der echtrussischen Leute auf ihn. Pantschew liest &m das Femeurteil vor. Mit dem alten Mordruf des zaristischen Pogromgesindels ,,Es lebe Rußland! Tod den Juden'/' schießt er ihn nieder. „Es lebe die Revolution der Arbeiter, Bauern; und Soldaten!" kommt das Erho von den Lippen des Sterbenden,, der auch in diesem Augenblick noch nicht sein Schicksal begreift: Jude zu sein und deshalb verbann i, deshalb ermordet zu werde n. Das ist — in großen Zügen — die Fabel des Schauspiels „Der rote Generah'. Eine Man 1lung von banalster Simplizität, ohne km s:.vo!L n Au flau, ohne psvehologische Detaiimalerei. Eine nüchterne, realistische Spra.i e. Tenden*' im P akatsiil. Und dennoch das; (ia-ze ein er^rhüitcr: .ies Kir^twerk» zum Bersten erfüllt von Leben. Typi>ches Judeu>chick>ah gestiien mit den Augen eines Zionisten, gestaltet mit den Mitteln eines modernen Dicht er*. Wh müssen Bimdesbruder Hennann Ungar für diese? Drama dambar •ein. Pu.