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Der jüdische Student · 1928-11-01 · Heft 6-7 (November 1928) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
25 (1928)
Issue
Heft 6-7 (November 1928)
Date
1928-11-01
Page
[Seite] (sequence 22)
Language
German
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Stcecker-, die Arbeiterschaft einzufangen, scheiterte in seinen ersten Anfängen; er wendete sich dann mit Erfolg dem kleinen Mittelstand, Handwerkern und kleinen Gewerbetreibenden zu, die heute noch den zahlenmäßigstark st en Teil der Konservativen darstellen. Die von Stoecker entfesselte christlich-soziale Bewegung trat vor allem gegen die Juden als die ^Träger des mobilen Handelskapitals" auf und vor allem aus diesem Grunde war sie so erfolgreich. Der Konservativismus der Gegenwart setzt sich neben den Beamten- und Milit:'irkrcisen in der Hauptsache aus diesen wirtschaftlichinteressenmäßig determinierten Schichten — Agrariern und Kleinbourgeoisie, daneben auch Angestellten — zusammen. Das Unternehmertum (der Industrie wie des Handels) steht mit wenigen Ausnahmen im nationalliberalcn Lager. (Inwiefern sich das liberale Denken in grundlegender Weise transformiert hat und sich die Position der Juden auch in ihrem Verhältnis zum Liberalismus entscheidend geändert hat, ist an dieser Stelle nicht aufzuzeigen. Wir sprechen immer nur vom Konservativismus.) Unter diesen Voraussetzungen wäre es möglich, Gruppen von deutschen Juden für die Konservativen zu gewinnen, soweit es über die wirtschaftlichen Determinanten nicht hinausgeht. Große Teile des deutschen Judentums, allerdings gerade die einflußlosen Gruppen, sind durchaus mit jener im konservativen Lager vereinigten kleinbürgerlichen Schicht zu identifizieren. Aber gerade dasjenige Argument — „Das Judentum als konservatives Element" das Kaulla zu seinen Schlußfolgerungen veranlaßt, schließt diese Möglichkeit völlig und radikal aus. Die meisten konservativen Denker waren sich dessen bewußt. Wagener z. B. lehnt die Emanzipation ab „eben so sehr um des Judentums selbst willen", welches nur in der Absonderung seine religiöse und nationale Persönlichkeit zu bewahren vermag". Auch heute 'wo das konservative Element des Judentums in seiner Stammesgemeinschaft erblickt und nahezu allgemein anerkannt wird, müßte beim Uebergang der Juden in das konservative Lager das „Randspnnnimgsgefühl" in stärkstem Maße ausgelöst werden, ein Aufgehen würde sich als unmöglich erweisen. (Es ist völlig verfehlt, wenn Kaulla den Antisemitismus lediglich als ein taktisches Ablenkungsmanöver der besitzenden Schichten bezeichnet.) Wenn die englischen Juden zum großen Teil dem konservativen Lager angehören, so liegt das an den ganz anders gearteten soziologischen Voraussetzungen, an der völlig verschiedenen Struktur des englischen Konservativismus. Die Kaullaschen Forderungen sind soziologisch unhaltbar; unsere Ausführungen haben den Versuch gemacht, den Beweis liierfür zu erbringen. Ueberdies sollen sie ein Beitrag für die Unentrinnbarkeit der zionistischen Position sein. Der rote Generale Moische Frischmann, genannt Podkamicnski, v.-ui Juden junge aus Po-\- kamien, der, dem Cheder entronnen, sich mit westeuropäischem Wis- -1 vollgesogen hat, ein anspruchsloser, arbeitsamer Fanatiker, der, den zaristischen Polizisten entronnen, vom Ausland.her die Revolution hat vorbereiten helfen, ein scharfsinniger, marxistisch geschulter 'Intellektueller, der, nach Rußland zurückgekehrt, an Menschenwürde, Gerechtigkeit r«r-- Weltrevolution glaubt, ist Oberkommandierender der Rüten Arm-V •22

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