Mannheim
Compact Memory

Der jüdische Student · 1928-11-01 · Heft 6-7 (November 1928) · p. [Seite]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der jüdische Student
Volume
25 (1928)
Issue
Heft 6-7 (November 1928)
Date
1928-11-01
Page
[Seite] (sequence 18)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
89% known words query
IRI
…/3537599-3537794-3537800--6928-3544961
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Wag er: er gibt eine glänzende Charakteristik des Assämilationsjudem er sieht den Ainlösimgs- und En11i;dun g sprozefi, den es dui\mgem:tch.; ] „Die aufgedrungene fremde Bildung hat den zu Ende des!S. J .'• hundens noch so fest geschlossenen Volkskörper binnen 50 Jahren \> ' zerfressen. Darf man an? der eingeschlagenen Richtung auf das u:d'i Ziel schuhen, so würde d/- Judentum, ohne zusammenhaltende Au;*»., ohne inncie Uebeieinf-üm^mig. aufgelöst in die Atome individuelle.- .7, nnnc;cn und Observanzen in nicht ferner Zeit von den europaischen V.,;. turnen* w^iinhck nur noch durch das Negative seiner Nichtchristh. h\. unterschieden sein und seinem endlichen Untergange in dem Abgnm-i einer zukünftigen Menschheiis-Republik zutreiben.4'4 Er sieht aber auch — schon im Jahre 1S57 — .wirksame, diese EntwLhhu; aufhaltende Gegenkräfte, er sieht „Elemente der Rettung, die alle auf ein .:• gemeinsamen Untergründe — dem unvertügbaren Nationalbewußtsein i >;•! einer nationalen Hoffnung" — stehen. Die Gefahr, daß das Israeltun; m pures Menschentum sich auflöse, wird wenigstens an dem besserem 'jene des Volkes vorüberziehen.4' Er spricht von den „echten Juden", die dt; Welt etwas Besseres sein wollen als „verstoßene Fremdlinge-oder auch na, häffende Aufklärer44. Wagener ist sich des „Charakter indelebilis" der Jutlea bewußt, er weiß von dem „Rohstoff'' des Judentums (ein von Kurt niun.knfeld geprägter Begriff), er — der Konservative — kennt das „Judentum als kons vatives Element". Auf Grund dieser Erkenntnisse beschäftigt er sich nun mit der Frage, welche Stellung die Juden im Staate einnehmen sollen. Im dritten Kapitel der Schrift „Die Juden im christlichen Staate" versucht er diese Frage zu beantworten. Die christliche Weltanschauung, der christliche Staat — ein konservatives Element — ist also eine wesentliche Voraussetzung des Verfassers; eine andere ist, wie er selbst sagt, „die niemals ausgeglichene Inkongruenz des Judentums mit den Staaten als Ausdnuh seiner eigenen Indh. idualität und weltgeschichtlichen Bestimmung4'4, i >.•: innere Staat-einheit beruht für Wagener auf einer sittlich-religiösen m .1 einer sittlich-natiou 'den Voraussetzung, die sich im Staatsbürgertum zu füllen hat. Die Judengeset/gebung von 1S12 war unter dem Einfluß dr Ideen von 1759 auf der abstrakt-philosophischen Grundlage des Mensch :arechts, auf der Basis eines religiös - i n d i f f e r e n t e n Staates aufgebaut. Bei der Gewährung der staatsbüi gediehen Freiheit und Gleichheit war ab«> die Voraussetzung, daß die Juden alle Eigentümlichkeiten und Eigengefe*/- lichkeiten aufgaben, vollkommen in der Umwelt, in der sie lebten, aufgingen „Juden-Emanzipation ward verstanden als Juden-Elimination44. Diese Vorju - Setzung wurde nicht erfüllt. „Uns scheint daher die Juden-Emanzipation diesem Punkt ebenso unhaltbar als die Basis des Staates, der sie gewähri" Aber nie Iii nur ui«.?e sitdi-Ji-rehgiö.-e Vorauf-etzung der inneren Staatseinh- auch die andere siitiich-nationale konnte von den Juden nie erfüllt were<; Immer wieder betätigten sie die nationale Wesenheit ihrer Religion. „Dem Juden i>t nicht nur das religiöse, ihm ist auch das nation.;!^ Prin/ip der europäischen Staaten verschlossen. Das Geheimnis des Patn ti^mus ist ihm unzugänglich. Zwar versichern uns die Reformer he.. 18

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.