Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 25 (1928)
- Issue
- Heft 6-7 (November 1928)
- Date
- 1928-11-01
- Page
- [Seite] (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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Doeli damit kommen wir bereits auf Freud's Schrift sei: st, mit der sieh Strauß im größten Teil seines Artikels beschäftigt, r.iu j«.ne Scln.u die /war nicht den Grund seiner Anschauungen über Religion, Begr.'i::- dung des Zionismus und über Kultiirzionismus bildet, die es aber als eine willkommene Bestätigung seiner Anschauungen empfunden und zum Arial) »in -einen Artikel genommen hat. Mit Freud und seinen Theten Iber Religion wollen wir uns daher in einem weiteren Artikel beschäftigen. Das Jude&him als konservatives Element Von Josef Cohn (V. J. St., Ivria, Heidelberg i. a. B.). )n den nachfolgenden Bemerkungen soll der Versuch gemacht werdxn, der soziologischen Position der deutschen Juden in einer bestimmten Rüittung, nämlich in ihrer Stellung zum Konservativismus und zu den konservativen Parteien nachzugehen. Unmittelbarer Anlaß hierfür bildet ein kürzlich erschienenes Buch von Rudolf Kaulla: „Der Liberalismus und öe deutschen Juden''" (Duncker & Humblot, München und Leipzig 192S, 100 £)'. Der Untertitel: „Das Judentum als konservatives Element" läßt von vornherein auf eine bestimmte in Deutschland bisher von nichtjüdischer Sere nur selten vertretene Tendenz schließen, die großes Interesse erregen miß. Der Zweck, den der Verfasser mit seinem Buch verfolgt, wird ganz deutfkh aus dem letzten 14. Kapitel: „Die Schädigung der konservativen Sache durch den Antisemitismus". Kaulla, wohl selber konservativ, richtet an die K21j servativen die Forderung, daß sie ihre „unfruchtbare und kurzsichtige Nadd- stichpolitik'41 gegenüber den Juden, die darin besteht, daß man sich dagegen stemmt, die auf dem Papier anerkannte bürgerliche Gleichberechtigung skft voll auswirken zu lassen, aufgeben; er erhebt weiterhin die Forderung - daß sie ähnlich, wie es bei den Juden in England der Fall ist, den Versmh machen sollen, das Judentum für sich zu gewinnen. Er geht dabei von ckr . Erkenntnis aus, daß „die Juden unter allen Völkern, die das Abendland bewohnen, ihrer Natur nach das konservativste sind. Wären sie das nicht, so wären sie im Abendland längst untergegangen4' (S. 3). Kaulla kommt zi dieser Erkenntnis — und dies ist der eigentliche Inhalt des Buches atf Grund einer mehr formalen Analyse der Entwicklung des liberalen Assirm-; lationsjudentums. Er spricht ganz zutreffend von der traditionellen Ve:- - bundenbeit desselben mit den liberalen Parteien. Als die Juden zu Beginn des 19. Jahrhunderts in die deutsehe Gesellschaft einzudringen begannen, traten sie auch gleichzeitig in die innenpolitischen Kämpfe Deutschlands eii:; sie mußten sich parteipolitisch orientieren. Oberster Gesichtspunkt hierbd . war ihnen die Frage der bürgerlichen Gleichste!' mg. In diesem Kampi un eie Emanzipation fanden sie einen Bundesgenossen in den den Liberalismis; vertretenden Parteien und Gruppen. „Der Liberalismus war es, den ihnen die staatsrechtliche Gleichstellung versprach und dessen Anhänger ihnen mehr und mehr auch die persönliche, gesellschaftliche GleichsteUu-g einräumtenrt (S. 65). Die Emanzipation ist jet/.t eine Tatsache gewo; Je:, jeder muß sich auf den Boden dieser Tatsache stellen und ihre Konsequenz vi ziehen „Nichts ist verkehrter, als zu glauben, das Judentum habe heute as 1*