Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 25 (1928)
- Issue
- Heft 5 (September 1928)
- Date
- 1928-09-01
- Page
- [Seite] (sequence 27)
- Language
- German
- Belongs to
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linder „Zophim". Sein Erziehungsziel ist der junge jüdische Mens:h, ck sich seiner jüdischen Pflichten bewußt, produktiv am Aufbau Palästina teilnimmt. Im ersten Jahre mußte die Hauptarbeit Innenarbeit sein, um eiien festen Mitarbeiterkreis zu schaffen. Der Bund konzentrierte daher sene Gesamtarbeit auf Berlin, steht jedoch jetzt auch mit verschiedenen monistischen Gruppen der Provinz und des Auslands in engerer Fuhluig. Der Erfolg des ersten Jahres ist schon rein zahlenmäßig sehr dcutlLh: Zu Beginn bestand ein Jimgeuzug und zwei Mädchcngruppta, heite existieren vier Züge mit etwa 130 Jungen und vier Gruppen mit zfcka. 75 Mädchen. Das Durchschnittsalter ist 1-1—15 Jahre. Erzogen wird in icn Formen des Scouting. Doch ist man sich bewußt, daß man diese Irziehung nur in bestimmten Grenzen durchführen kann. Die Aclteien befassen sich in Arbeitsgemeinschaften mit Zionismus, Sozialismus, Pädagogik usw. Heimabende der Atittleren und- Jüngeren vermitteln die Kenntnis ier jüdischen Geschichte und der zionistischen Entwicklung. Die Nadel, ms Symbol des Bundes, wird nur an Mitglieder verliehen, die gründlch Hebräisch lernen. Fast 60 o/o der Mitglieder nehmen am hebräischen Unterricht teil. Mehrere gut gelungene Feiern an jüdischen Festtagen verschaffen dem Bunde neue Freunde. Das diesjährige Schwuoth-Lager, das zdin Tage hindurch in Cöthen in der Mark stattfand und auf dem — abgesehen von den sonntäglichen Besuchern — etwa 100 Jungen und Mädchen £Usammen waren, bewies die" Lebenskraft und innere Festigkeit des Bunifes. Das Lager wurde von dem Leiter der Landessammelstelle des K. K.I., Herrn Dr. Mechner, besucht, der es verstand, das Interesse des Bunfes für die K. K. L.-Arbeit zu wecken. Das Menschenmaterial entstammt denselben Kreisen, aus denen ach früher de-r Blau-Weiß rekrutiert hat. Der Bund wird daher bei genügender Unterstützung durch die zionistische Umwelt in der Lage sdn, sich auszudehnen und die Lücke auszufüllen, die durch das Fiasko ies Blau-Weiß entstanden ist. Insbesondere bietet sich für K. J. V.er in ikm Bund ein größeres Betätigungsfeld, zumal aus diesem Kreise ein grofer Teil des K. J. V.-Nachwuchses hervorgehen wird. Zurzeit arbeiten zx&i Bundesbrüder an leitender Stelle im „Zophim". Die jüdische Tura- und Sportbewegung. Von Dr. Heinrich Kuhn (J.T.S. V. Bar Kochba). Der jüdische Turnverein Bar Kochba, Berlin, der vor 30 Jahren gegrüniet wurde, war der erste jüdische Turnverein, der sich bewußt zur nationdjüdischen Idee bekannte. Seine Aufgabe bestand demgemäß in zweier!^: in der körperlichen und in der jüdischen Erziehung seiner Mitglieder. Die Begründung seiner Arbeit und damit seine Struktur hat einen meirfachen Wandel durchgemacht. Mit Recht hat man im Anfang nur von eher körperlichen Renaissance durch die jüdische Turnbewegung gesprochen.