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Der jüdische Student · 1928-09-01 · Heft 5 (September 1928) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
25 (1928)
Issue
Heft 5 (September 1928)
Date
1928-09-01
Page
[Seite] (sequence 24)
Language
German
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Der Jung-Jüdische Wanderbund. Von Dr. Georg Lubinski (J.J.W. B.). Wenn man die nunmehr fünfjährige Geschichte des Jung-Jüdischen Wanderbundes überblickt und sich fragt, was von den Zielen des Bundes während dieser Zeit geblieben und was von ihnen verändert worden ist, so ist das einzig Beständige wahrscheinlich nur der Name dieses Bundes. Seine Ziele, zum größten Teil auch seine Menschen sind durchgehend andere geworden. Die Menschen, die am Anfang der Geschichte des J. J. W. B. gestanden haben, gehören zum allergrößten Teile heute nicht mehr zu ihm. Nicht nur weil sie älter geworden sind, sondern auch weil die Bewegung des ganzen Bundes entscheidend anders geworden ist. Das ist im wesentlichen durch die klare Hinwendung des Bundes zum zionistischen Sozialismus bewirkt worden. Aus einem neutralen, fast ausschließlich westjüdischen Jugendbunde ist ein sozialistischer, stark ostjüdisch; zusammengesetzter zionistischer Bund geworden, der ausdrücklich an seine älteren Mitglieder die Aufforderung richtet, sich politisch zu betätigen. Trotz dieser Verpflichtung zur politischen Betätigung steht im Mittelpunkt der Bundesarbeit die Frage nach der Erziehung seiner Mitglieder. Der Bund unterscheidet sich wohl ganz allgemein dadurch von der Partei, daß er seine Glieder erziehen will, während die Partei von ihnen nur eine bestimmte Deklaration verlangt. Käme es für uns nur auf dieses Bekenntnis an, so würde das verhältnismäßig leicht abgegeben werden können. Der Bund kann sich aber mit solch einem Bekenntnis nie1 * begnügen, er kann sich auch andererseits nicht nur darauf verlassen, daß nach einer bestimmten! Zeit, wenn Forderungen an die Menschen des Bundes gestellt werden, es sich erweisen wird, ob dieses Bekenntnis verpflichtende Wirkung für das ganze Leben hat. Der Bund muß vielmehr voraussetzen, daß das Bekenntnis an sich nichts bedeutet und daß eine Erziehungsarbeit nötig ist, um den Inhalt dieses Bekenntnisses zu einem integrierenden Teil des Lebens zu machen. Die Aufgabe der Erziehung des Bundes ist, die Spannung zwischen dem Bekenntnis durch W b r t e und dem Bekenntnis durch das Leben zu überwinden. (Von der Redaktion gesperrt.) Durch welche spezifischen Kräfte wird versucht, diese Aufgabe zu erfüllen? Wir haben davon auszugehen, daß die meisten Menschen schon im Beginn ihrer Pubertät, d. h. im Alter von etwa 13 Jahren, in den Bund hineinkommen. Das Anziehende des Bundes ist für sie einmal das Zusammensein mit gleichaltrigen jungen Menschen unter einer freien Führung. Die Führung ist frei insofern, als sie in Kameradschaft mit der Gruppe verbunden ist und insofern sie nicht von einer Instanz der Erwachsenen eingesetzt worden ist. Die spezifische Anziehungskraft des J. J. W. B. darüber hinaus beruht auf der palästinanahen Atmosphäre des Bundes. Man kann sagen, daß der neue Lebensstil des palästinensischen Arbeiterlebens, vielleicht auch nur der Stil der Feste, auf eigentümliche Weise in den Bund übernommen worden ist und hier eine attraktive Wirkung ausübt. Die Atmosphäre, die so entsteht, ist nicht nur durch das hebräische Lied, durch den palästinensischen Tanz charakterisiert, sondern auch dadurch, daß eine bestimmte Ablehnung 24

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