Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 25 (1928)
- Issue
- Heft 5 (September 1928)
- Date
- 1928-09-01
- Page
- [Seite] (sequence 19)
- Language
- German
- Belongs to
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Jewish Agency gebildet werden, zur Hälfte aus 7lo:i:>t-:i. tut M.";!:c: aus Nichtzionisten bestehend. Die Kongresse verlangten, dif> mi:-!est-:::s sechs Länder in dem Rate vertreten sein sollten. Es erwies siüi aber, daß es im Laufe dieser fünf Jahre nicht möglich war, auch nur ii einem Lande eine wirkliche Repräsentanz der nichtzionistischen Juden zu schaffen, die in der Agency vertreten sein wollten. Das ist kein Zufall, sondern liegt in der jüdischen Situation begründet. Bestenfalls konnte utd ks:m man ein Notabeinkomitee von Nichtzionisten zustandebringen, welches niemandem verantwortlich ist. c) Wenn aber sogar in der einen oder anderen Form ein solcher Council der Jewish Agency aus Vertretungen der Judenheit tn:d Vertretern der Zionistischen Organisation zustandekäme, so muß man sich über die Konsequenz für die Zionistische Organisation selbst klar seh;: diese Organisation müßte dann allmählich aufhören zu existieren» da ihre eigentliche Aufgabe seit Beginn der Bewegung darin bestand, die Jewish Agency, d. h. die politische Repräsentanz der Juden in der Palästinasache, zu sein. Wer die Agency-Politik will, darf unter keinen Umständen das Argument gebrauchen, daß durch diese Politik üe Zionistische Organisation gestärkt würde. Man muß die Konsequenzen überdenken, wenn die neue Agency gebildet wird, welche allein das Recht hat, mit der Regierung zu verhandeln und unsere Sache beim Völkerbund zu vertreten und die. Palästina-Regierung zu beraten. Der Zionistische Kongreß würde dann seine Bedeutung im wesentlichen verlieren Die Budgets, die er bewilligt, die politischen Resolutionen, die er fafst, sind nicht mehr bindend für die Leitung, d. h. für die Jewish Agency, sondern haben nur noch den Charakter von Resolutionen. Wie weit der Hkt der Jewish Agency diese Resolutionen berücksichtigt, entzieht sich jeckr Kontrolle.. Wenn die Zionistische Organisation auf diese Weise ihrer politisch repräsentativen und tatsächlich leitenden Stellung beraubt wird, io muß sie natürlich auch an Werbekraft einbüßen. Die kommenden Generationen von Juden, die sich für die Palästinasache interessieren, werden keine Neigung haben, sich der Zionistischen Organisation anzuschließen. Ein deutscher oder amerikanischer Jude, der sich für Palästina interessiert, kann ja Mitglied des deutschen oder amerikanischen Agency-Ksmitees unter Vorsitz von Wassermann oder Marshall werden. Es würde ak> eine Umgruppierung der Judenheit erfolgen. Es würden schließlich Zknisten und Nichtzionisten — die ja in der Palästinasache ein gemeksames Programm haben — sich in Landeskomitees verschmelzen, und dk Zionistische Weltorganisation müßte allmählich zu existieren aufhören. Diese organisatorischen Konsequenzen hat die zionistische Leitung niemals klar durchschaut, und die Anhänger der Agency-Poliuk haben die Konsequenzen zu vertuschen und zu bestreiten gesucht. Man könnte sich um eines größeren Zieles willen mit diesen Kon- | sequenzen abfinden, wenn irgendwelche Sicherheiten beständen, di8 die | Resultate der Neuordnung die Zerstörung der Zionistischen Organsation | rechtfertigen. Aber eben dies ist ganz ungewiß. Die Resultate dar bis- I herigen Bemühungen sind herzlich unbedeutend und enttäuschend, wenn; man den gewaltigen Energieverbrauch für diese Sache in Rechnung stellt.; 19 i