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Der jüdische Student · 1928-09-01 · Heft 5 (September 1928) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
25 (1928)
Issue
Heft 5 (September 1928)
Date
1928-09-01
Page
[Seite] (sequence 18)
Language
German
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Die Anhänger der Weizmannschen Agency-Politik sagen, daß diw Politik notwendig sci} um die Mittel für den Palästina-Aufbau zu verstärken und unseren politischen Einfluß zu kräftigen. Die Zionistische Organist! ,I; allein sei nicht inistar.de, den Palästina-Aufbau durchzuführen. Schließlich wird auch oft behauptet daß das Mandat die Erweiterungder Agency verlange. Die Gegner der Agency-Politik, zu denen auch ich gehöre, erkläre demgegenüber folgendes. Das Argument, wonach das Mandat die Erweiterung der Agency verlange, ist falsch und sollte im Interesse einer sachlichen Diskussion völlig ausgeschaltet werden. Artikel 4 des Mandats erkennt die Zionistische Organisation als jewish Agency an mit der einen Einschränkung, daß die Zionistische Organisation solange als Agency fungieren soll, wie die Mandatarmacht diese Organisation hierfür als geeignet halt. Die Mandatarmacht hat nie zu verstehen gegeben, daß sie der Zionistischen Organisation die ihr übertragene Funktion als Agency entziehen wolle. Artikel 4 des Mandates enthält einen Absatz, worin es heißt, daß die Jewish Agency bzw. die Zionistische Organisation sich bemühen solle, die Mitarbeit aller jüdischen Kreise beim Palästina-Aufbau zu gewinnen. Ditse Forderung kann jeder unterschreiben. Aber sie bedeutet ausdrücklich nicht die Uebertragung der Agency-Funktion an eine andere Körperschaft, sondern sie bedeutet umgekehrt, daß die als Agency anerkannte Zionistische Organisation mit anderen jüdischen Kreisen beim Aufbau Palästinas kooperieren soll. Das kann auf vielerlei Art geschehen, besonders natürlich durch Heran-* ziehung jüdischer Kreise zu einzelnen wirtschaftlichen Aufgaben, hat aber, juristisch genommen, mit der Erweiterung der Agency nichts zu tun. Natürlich ist es denkbar, die Heranziehung der anderen Kreise dadurch zu bewirken, indem man sie einlädt, in die Agency einzutreten, oder, richtiger gesagt, indem man sie einlädt, gemeinsam mit der Zionistischen Organisafion eine neue Körperschaft zu bilden, welche dann die Agency-Funktion ausüben soll. Sofern diesem Vorschlag die allgemeine Tendenz zugrunde liegt, andere jüdische Kreise für die Palästinaarbeit zu gewinnen, muß jeder Zionist hiermit einverstanden sein. Aber die spezifische Methode der Weizmannschen Agency-Politik forderte seit Jahren scharfe Kritik heraus, die im einzelnen wie folgt begründet wird: a) Die zionistische Leitung hat die Erweiterung der Agency vor fünf Jahren zu einem Schlachtruf gemacht, ohne daß irgendwelche Vorbereitungen für die Durchführung dieser Politik getroffen waren. Infolgedessen wurde hauptsächlich mit unserer eigenen Schwäche argumentiert, es wurde erklärt, daß wir nicht imstande seien, die Arbeit weiterzuführen und die Verantwortung zu übernr-Innen; und die Betonung dieses Argumentes ohne gleichzeitige Gewinnung der neuen Kreise, die man heranziehen wollte, führte zu leeren Streitigkeiten, zur Schwächung und Demoralisierung der Zionistischen Organisation und schädigte uns auch politisch, da wir jahrelang noch als Agency gegenüber den Regierungen1 auftreten mußten, obwohl wir auch diesen gegenüber längst erklärt hatten, daß wir uns nicht imstande fühlten, die Sache allein weiterzuführen. b) Das sogenannte Fifty-fifty-Projckt der Leitung ist organisatorisch ein Unding. Nach diesem Projekt sollte ein großer Rat (Council) der 18

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