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Der jüdische Student · 1928-09-01 · Heft 5 (September 1928) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
25 (1928)
Issue
Heft 5 (September 1928)
Date
1928-09-01
Page
[Seite] (sequence 17)
Language
German
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Budgetvorschlag der Exekutive wurde ohne jede sachliche Grundäge erheblich erhöht; damit wurde zu dem früheren System unserer Finanzpolitik zurückgekehrt, das nach Meinung des Kongresses als unbrauchbar verlassen werden sollte. Mit diesen Angriffen auf die Kou-oUaerungspolitik war der persönliche Angriff auf Sacher verbunden. Auch diesem Angriff kommt in mehrfacher Beziehung eine über die Sitzung hinausgehende Bedeutung zu. Eis war leider zu merken, daß sich ein wüiender Widerstand gegen diesen Mann deswegen geltend machte, weil er mit Energie eine Praxis vertrat, die von der Arbeiterschaft nicht gebilligt wurtk. Zum Teil richtete sich der Angriff wohl auch gegen den anders gearteten menschlichen Typus, den englischen Juden. Auch hierin liegt eine Gefahr, da wir in unserer heutigen Situation nur mit weitgehender Toleranz gegenüber allen möglichen Typen von Zionisten die uns; gestellten Aufgaben bewältigen können. Diese Art der Opposition gegen Sacher erschwert zweifellos ein künftiges Zusammengehen mit der Arbeiterschaft, ebenso wie die Haltung in der sachlichen Frage der Konsolidierungspolitik. Die A.-C.-Sitzung zeigte in bedauerlichem Maße die Schwäche &r Organisation. Diese Schwäche kam in dem durchaus geringen Budgifc zum Ausdruck, aber auch darin, daß wichtigste Fragen der Organisation überhaupt nicht angefaßt wurden. Das gilt vor allem vom Gebiet der Poliik, das zum ersten Male seit langer Zeit eine sachliche Erörterung verdient hätte, aber auch von Fragen, die seit langem schweben, etwa der Angelegenheit „Nir". Diese Schwäche zeigte sich vor allem auch in der Exekutiv-Srage. Nachdem die Exekutive gestürzt war, gab es doch keine andere Möglichkeit, als sie wiederzuwählen. Es kann von keinem Standpunkt aus ds erfreulich betrachtet werden, daß in dieser Weise die Exekutive als im (Bcunde unangreifbar, weil unabsetzbar, demonstriert wurde. Natürlich durfte die Gruppen, die Opposition machten, ein so blamables Ergebnis nicht herbeiführen. In starker Weise zeigte sich, daß die heutige Art des zionistischeE Parlamentarismus geändert werden muß. Besonders bedauerlich ist, daß nach dieser Sitzung, die allen Gaappcn Anlaß sein mußte, über den Zustand der Bewegung nachzudenken» von den verschiedensten Seiten Siege proklamiert werden. Die A.-C.-Sfeungt kann aber in keinem Sinn als ein zionistischer Sieg oder Erfolg angesehen) werden. Referat Lichtheim: Die Sitzung des Aktions-Comites war hauptsächlich durch die Prcäfeme der Agency-Politik bestimmt. Wie bekannt, hat sich im Anschluß ax die Veröffentlichung des Expertenberichtes der Herren Lord Melchett, Oskar Wassermann, Warburg und Fränkel eine sehr heftige Debatte in allen zionistischen Kreisen erhoben, wobei insbesondere die linken Parteien i^ger^ den Inhalt des Berichts scharfen Protest erhoben. Dadurch ist die |>anze Frage der Erweiterung der Agency aufs neue zur Diskussion gestellt werden und die Sitzung des A.-C. führte zu grundsätzlichen Auseinandersetzungen, wobei alle Argumente pro und' contra noch einmal dargestellt wurdet. Versuchen wir, möglichst objektiv diese Argumente zusammenzufassen, so ergibt sich folgendes Bild: 17

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