Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 25 (1928)
- Issue
- Heft 5 (September 1928)
- Date
- 1928-09-01
- Page
- [Seite] (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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handelt werden. Es gäbe nur eine grundsätzlich verschiedene Auffassung, nach der sich aus der Zionistischen Organisation eine Art Orden, ein Bund, der dem Zionismus besonders verpflichtet ist, entwickeln müßte. Wenn man diese Auffassung nicht für richtig hält, sondern an die Möglichkeit glaubt, die Juden auf breiter Basis für das Palästina werk zu organisieren, so ist man auch nicht berechtigt, aus dem Mangel der Agency-Partner an zionistischer Intensität Einwendungen gegen die Kooperation herzuleiten. In Wirklichkeit beruhen die Einwendungen, wenn man genau zusieht, auch gar nicht, auf den ungenügenden zionistischen Qualitäten, sondern sie beziehen sich darauf, daß das demokratische System im Zionismus angegriffen würde. Die unbedingte Reinerhaltung des Prinzips der Demokratie ist aber kein ausreichender Grund, um die großen Möglichkeiten der Kooperation abzulehnen. ' - ■ * Eine andere Gruppe von A.-C.-Mitgliedern wehrte sich gegen die Fortsetzung der Ageney-Politik, weniger aus grundsätzlicher Ablehnung der Kooperation mit Nichtzionisten überhaupt, als deswegen, weil durch den Bericht bestimmteinhalte der zionistischen Arbeit angegriffen worden seien. Hier war zunächst klarzustellen, daß der Bericht der Sachverständigen kein Ultimatum enthält, sondern uns Gelegenheit zu Gegenäußerungen bot. Im übrigen enthält die Art der Wirtschaftskritik zum großen Teil Ansichten, die auch von Zionisten vertreten werden. Soweit vom Standpunkt der Zionistischen Organisation aus Einwendungen gegendie Formeln des Berichts zu erheben waren, wie in den Fragen der Kwuzah und des Nationalfonds, war hierzu Gelegenheit. Bedenklich vom Standpunkt der Agency-Politik aus erschien es, daß die Bemerkungen der Zionistischen Organisation in die Form von Bedingungen gekleidet worden sind. Den sachlichen Inhalt dieser Bemerkungen durchzusetzen, ist Aufgabe der Arbeit innerhalb der Agency, aber es erscheint verfehlt, die Zulassung zur Mitarbeit am Palästinawerk von diesen Forderungen abhängig zu machen, die nicht unbedingt und von jedem Standpunkt aus als notwendiger Inhalt des zionistischen Programms angesehen werden können. Die erschwerende Wirkung, die die Formulierung der Bedingungen haben kann, kommt auch darin zum Ausdruck, daß das A.-C. die Annahme des Berichts nur in einer dem Vorschlag der Exekutive gegenüber abgeschwächten Form beschlossen hat. Die Bedeutung der A.-C.-Sitzung liegt darin, daß es schließlich doch gelungen ist, eine außerordentlich große Mehrheit für die Fortsetzung der Agency-Politik zu finden. Das große Hindernis, das der Bericht für diese Politik bedeutete, ist nun beseitigt; allerdings zeigt sich in der Haltung des A.-C. noch immer die Unentschlossenheit der Organisation in dieser Frage. Wir haben keine Sicherheit für das endgültige Ergebnis, weder von unserer Seite, da die Bedingungen eine neue Diskussion gestatten, noch von der anderen Seite, da wir deren Stellung nicht kennen. Abgesehen von der Agency wurde die A.-C.-Sitzung besonders von der bekannten Exekutivkrise bewegt. Diese Krise war eine vorübergehende Erscheinung und bedarf daher keiner weiteren Erörterung. Wichtiger ist der erfolgreiche Angriff, der von der Linken auf die vom Kongreß eingeleiteten ersten Versuche der Konsoiidierungspolitik unternommen wurde. Der 16