Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 25 (1928)
- Issue
- Heft 5 (September 1928)
- Date
- 1928-09-01
- Page
- [Seite] (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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Das liegt nicht am Versagen der Landessammelstelle, sondern an dir Nichtarbeit der Jugendbünde und des K. J. V. Aehnlich steht es mit dir Tätigkeit verschiedener Ortsgruppen. Diese Betätigung ist freilich eine sihr mühselige Kleinarbeit, die keine weithin sichtbaren zionistischen Erfolg! zeitigt, aber sie ist notwendig und erfordert ein erhebliches Maß von {Hingabe. Hier kann sich zionistische Intensität bewähren. Daß alle wichtigen Ortsgruppen und Parteiveranstaltungen in das Wochenprogramm unserer Verbindungen gehören, versteht sich für diese Aifiassung; der Kartellarbeit von selbst. Ist dieser Teil zionistischer Arbeit Sache ganzer Korporationen,^ haben einzelne dazu geeignete Bundesbrüder die Möglichkeit und Auipbe der Mitarbeit in den zionistischen Jugend- und Sportverbänden, andere: in der Hochschulpolitik, die natürlich kein zentrales Problem unserer Korporationen sein darf, aber mit Rücksicht auf die Geltung und den Namen des K. J. V. an den deutschen Hochschulen wuchtig ist. Und Name und Geltung unseres: Bundes an deutschen Hochschulen ist nicht eine alberne Galuthargelegenheit, sondern für unsere Werbearbeit und für die Durchsetzung besiinmter, wirtschaftlich manchmal nicht unerheblicher Rechte unserer Buncksbrüder von Bedeutung. VI. „Aber führt denn diese Erziehung in das zionistische Leben hinein? Schafft sie den Palästina-Willen? Nein. Im besten Fall ist ihr Reszftat der Alte Herr, der hier bleibt und mit Ach und Krach vielleicht Keren Ifajessod zahlt" So überzeugend diese Argumentation scheint, sie ist hohl. Dem wenn der Ausgangspunkt der von mir vertretenen Anschauung die radikale Galuth- Verneinung ist, so wird die Erziehung, deren Wege hier aufgezeigt wurden, mit dem Blick nach Erez-Israel geleistet Aber sie soll und kann nur (geleistet werden, mit unbefangenem Sinn für die Wirklichkeit, auch wem diese unseren Träumen noch so wenig entspricht. Der junge Student aus bürgerlichem Hause, der normale Tjjjus des jungen K. J. V.ers, geht nicht nach Erez-Israel, wenn man sich danauf beschränkt, ihm Tendenz, Palästinakunde, jüdische Geschichte und Hibräisch beizubringen, ihn durch Referate, Versammlungen und Appell an sdn Gewissen zu politisieren und ihm in ewiger Wiederholung vorzuhalten welch ein minderwertiger Zionist er sei, weil er „Palästina nicht in sein Leteisprogramm aufgenommen" habe. Weit eher geht er, wenn sich die „Erzkhung" auf diese Dinge beschränkt, aus dem Kartell und sogar aus der zionistischen Bewegung. Kommt er dagegen in einen Kreis von Menschen, der ihn, durch geistige Führung und Freundschaft die Erziehung zum Manne, die großenteils Selbsterziehung ist, vollenden hilft, ihm eine erfahrbare und gesaitbaro aktuelle Wirklichkeit bietet und durchpulst ist von dem ernsten, leidenschaftlichen Willen, den Judenstaat zu schaffen, dann wird er wahrscheinlich ein Mann und ein Zionist. Und dann wird er wahrscheinlich auch eines Tages hinübergehen. Solange er das jedoch aus irgendwelchen Gründen nicht kann, wird er hier in den Grenzen seiner Begabung und seiner Zeit zionistisch wirken. 13