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Der jüdische Student · 1928-09-01 · Heft 5 (September 1928) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
25 (1928)
Issue
Heft 5 (September 1928)
Date
1928-09-01
Page
[Seite] (sequence 10)
Language
German
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zge \U-Uiode, jene s cl b? t v c r? t:i«d! i eI1c Disziplin des Einzelnen zu ^schaffen, üe jeder korporativen Erziehung zugrunde liegen muß. Da* Problem der Geselligkeit ist nicht zuletzt ein Proifen der E*3tik. Und ich behaupte, daß gegenüber diesem entscheidendes Bereich mmschlichen Lebens, gegenüber diesem der Erziehung dringesnist bedürftigen Gebiete das K. J. V. ebenso hoffnungslos versagt hat, wie der voi uns darob oft bespöttelte Blauweiß. Vielleicht wird man einwenden, das K. J. V. habe sich mit der z i o - n ist l s ch e n Erziehung der Bundesbrüder zu befassen, nicht mit iisner persöiiicli-menschiichen. Dieser Einwand geht fehl. Erziehung ist Pessönlichkeisformung. Mögen wir unseren Bundesbrüdern n©ch so erstklassigen zionistischen Unterricht geben — 33sd der ist bei uns oft wirklich nicht schlecht —, zu Zionisten e rzä^her. wir sie damit nicht. Denn nicht Zionismus wissen, sondern Zionismuf wollen und wollen können, macht zum Zionisten. Und dies Wollen, dies Wollenkönnen erfordert einen geformten, fertigen Charakter, erfordert einen Mann. Er ist das erzieherische Ziel unseres Bundes. Für die Formung des Charakters ist die Beziehung zum anderen Gesshlecht von entscheidender Bedeutung. Hier hat die Erziehungsarbeit des Kartells versagt. Man beobachte einmal unsere 'BundesbriÄr im Umging mit Frauen. Unbefangenheit, Sicherheit und deshalb auch Takt geht ihnen meist ab. In der gesellschaftlichen und menschlichem Bewertiiig von Frauen fehlt ihnen oft der Maßstab. Vielen ist das IC. J. V. eine gesellschaftlich zweitklassige Sache, in die sie die Damen Ü&res priväzn gesellschaftlichen Verkehrs nicht glauben einführen zu kctaien. VÖlhj; ratlos und nur aus Not, nicht aus Kraft sich entscheidend, stsaen sie ehr sexuellen Frage gegenüber. Hier sind wirkliche, keine ergrübalen Erzidhingsprobleme unseres Bundes, an deren Lösung das Kartell usa so ernster mitarbeiten muß, je ernster es das Erziehungsziel, die AÜgah, nimrm Mit Reckt wies ein junger Bundesbruder in der ErzieheErr^sdebaifc auf dem Camp darauf hin, daß ein wichtiger Faktor des Ä>- nistisclen Versagens vieler Bundesbrüder ihre unzionistischen oder anazionisischen Frauen seien. Dafür, daß sie solche Frauen haben, ist o&e Karteihrziehung in hohem Maße mitverantwortlich. Wir haben in bedauerlicher Üeberschätzung von Erkenntnis und Bekenntnis den Zionismus zu einrni Lehrgegenstand gemacht, statt ihn als eine ErziehungsaufgsEbe zu bedachten. Wir haben uns um das für junge Menschen so wichtige Lebensjebiet der Erotik stillschweigend herumgedrückt. Wrs aber könnte man tun? Es gibt für keine Lebensfrage weniger eine Pitentlösung^ als für diese. Denn kein Gebiet berührt tiefer dss persönlichste Erleben und in keinem wuchert auch heute noch das öskraut ehr Konvention, der Lebenslüge krauser und dichter Versudht werden müßte jedenfalls, regelmäßig offizielle Veranstaltungen zionisüsdhgeselligm Charakters mit Damen zu machen. Sukkoth-, Chanukkais-v, PurimfiHtc,' Herzl-Feiern, Zionistenbälle, Stiftungsfeste, Kartelltage u. dgl geben genügend Gelegenheit zu Veranstaltungen, die gesellschaftlichen Charakür mit einer deutlich erkennbaren zionistischen Note vereinigen. Notwendig ist weiterhin neben der Tendenz-Fuchsenstunde eine zweite. 10

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