Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 25 (1928)
- Issue
- Heft 5 (September 1928)
- Date
- 1928-09-01
- Page
- [Seite] (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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Zionismus bedeutet dieser Generation daher nur etwas ak er fahrbare und gestaltbare aktuelle Wirklichkeit. Das K. J. V., dem Zionismus Erziehungsaufgabe ist, wird den Zionismus für die heutige Generation zur erfahrbaren und gestaltbareraktuellen Wirklichkeit machen müssen, wenn es seine Aufgabe lösen wIL Aktuelle Wirklichkeit aber ist für einen jungen Menscher, der in Deutschland lebt und an einer deutschen Hochschule zu studiere! beginnt, nur der Bereich seines Lebens in Deutschland (Erez-Israel k: für ihn zwar erfahrbar, jedoch von hier aus nicht gestaltbar und desialb leider nicht aktuell). Dieser Bereich muß und kann in das Leben chs K. J. V. einbezogen und mit zionistischer Arbeit erweitert werden. Das isi der Sinn der Forderung, unser Bund solle sich in der Gallith zionistisch äetätigen. V. Durch Studium, Geselligkeit, Erotik und geistig-bildungsmäf!g:e Interessen dürfte der Daseinsbereich des jungen jüdischen Akademikers in wesentlichen begrenzt sein. Die Frage des Studiums sei als ein besonderes, mit dem Erwerbsleben zusammenhängendes Problem hier zurückgestellt Betrachten wir die Geselligkeit im K. J. V. Man hat sie jahrelang vernachlässigt, für unwichtig gehalten. In den Debatten vor unfiauf dem Kartelltag hat man sich zwar dazu bequemt, ihre Funktionsnotwendigkeit anzuerkennen. Aber man hat dort die ebenso bequeme wie inMge ihrer Einseitigkeit unrichtige Theorie verfochten, eine wirklich lebendige Gemeinschaft schaffe sich ihre Geselligkeit von selbst, man könne sie nicht mechanisch machen. Natürlich kann man das nicht Man kann jßer dem geselligen Beisammensein gewisse Hilfen geben. Ali die Ding% die im Zusammenhang mit der sogenannten Formendebatte vorgebracht wurden, gehören hierher. Es gibt keine Geselligkeit ohne Musik, ohne Disziplin und ohne bestimmte Formen. Wer die kläglich mißlungene Kißipe und das auch nicht gerade gelungene Lagerfeuer im Camp mitgemacht hat, wird nicht widersprechen. Diese Veranstaltungen mißlangen nicht, weil das K. J. V. als Bund nichts wert ist, sondern weil wir es verlest haben, unserer gemeinsamen Fröhlichkeit harmonischen Ausdruck zu getai- Und junge Menschen, die zu uns kommen, die, wie alle jungen Mensrfien, das Bedürfnis geselligen Frohseins haben, verlangen nach der Möglichkeit, gemeinsam jugendlichem Kraft- und Frohgefühl Ausdruck zu gehm. Wer für dieses Verlangen kein Verständnis hat, lasse die Finger von Eisehungsarbeit! Er versteht nichts davon. Wir müssen das gemeinsame Irrohsein wieder lernen, sonst verzichten wir auf eines der wirksamste Mittel jeder, nicht nur der zionistischen Erziehung. In diesen Zusammenhang gehört auch die sportliche Betätigung der Verbindungen. Eine Korporation, deren Wochenprogramm Sport, und zwar ernsthaftes scharfes Training in irgendeinem Sportzweig, aicht als integrierenden Bestandteil enthält, ist schlecht. Denn ein ernstgeinmmener Sportbetrieb ist in unseren dein Sauf- und Raufcomment ghMvlicherweise nicht unterworfenen Verbindungen die einzige, wirklich üe ein- 9