Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 25 (1928)
- Issue
- Heft 4 (August 1928)
- Date
- 1928-08-01
- Page
- [Seite] (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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flossene Camp hervorragende .Wittel sind, das Kartell als tirkenc-.n Faktor in das Leben der Bundesbrüder einzufügen, bedarf keine weiteren Hinweises. Und wir sollen keine Furcht davor haben, diiß wir uns oft kaum von irgendeinem Klub unterscheiden werden, und ckiSman uns oft in grobem Mißverstehen vorwerfen wird, wir wollten europäischbürgerliche Ideale auch zu unserem Inhalt erheben. Wir wtrden unbefangen und gelassen den Zusammenschluß unserer Morse!.tn, wie sie nun sind, erstreben können und das Kartell zu einer R-ahut in ihrem Dasein machen, wenn wir nur damit die Voraussetzung /x größerem .schaffen und unser wahres Ziel entschlossen verfolgen. Vül. Unsere zweite und letzthin einzige Realität aber kann nur Palästina sein. Nicht wird es so dazu werden, daß wir unseren; Menschen sagen, daß sie hinübergehen müssen, sondern wir müssen ans unsere spezielle, ganz konkrete Aufgabe im Lande schaffen. Hier fehlen mir konkrete Vorstellungen, aber nur deswegen, weil die wirtschaftliche Entwicklung des Landes heute nicht zu übersehen ist. Vielleicht wird es eine große Kolonie, vielleicht ein Fabrikunternehuien, vielleicht eine große Handelsgesellschaft, vielleicht eine Kombination von allen cliesen sein. Aber wir müssen uns unser Werk schaffen, das jedem von us vielleicht heute, vielleicht morgen, aber einmal bestimmt seine Existem in Erez- Israel gestattet, und jeder Bundesbruder muß das Bewußtsein haben, daß sein Leben einmal sicherlich in Palästina einmünden wird, daß er dem Lande gewissermaßen unentrinnbar ist. Das Kartell muß sieh seine Palästinarealität schaffen, und den Btindesbrüdern, die heute kn Lande leben, erwächst hier eine neue, vielleicht sehr schwere Aufgabe als K.-J.V.er. Sie allein werden unsere Wegführer sein können. Wir sind keine Jugendbewegung und wir müssen ohne Uebereilung und im vollen Bewußtsein der Verantwortung des Kartells für jeden Bunde^kuder und im Bewußtsein der entgegenstehenden Schwierigkeiten an da Aufgabe gehen, aber mit der Ruhe und der Sicherheit eines Mannes, der weiß, daß er sein Ziel erreichen wird, wenn er es nur will. Dam werden alle unsere Aufgaben im Gallith erst ihre wirkliche Wertung bekommen, dann werden wir wissen, daß sie alte auch Aufgaben sind, die wiir erfüllen müssen, daß sie aber in ihrer Bedeutung verschwinden, gemessen an unserem eigentlichen Werke. Dann erst wird das Kartellebemi wirklieh gesichert sein und das Zugehörigkeitsgefühl aller Bundesbrüder mm Kartell wird ein unmittelbares und lebendiges sein, denn in die Reaünt unseres Gallith? und unseres Alltages wird die Realität Palästina hineinragen. IX. Dreimal begann.:i wir unseren Weg: Das erstemal vor dem Kriege, da führte er uns in ein Traumland, das zweitemal nach dem Kriege, da bewegten wir uns i \ Kreise abstrakter Problematik, jetzt znm drittenmal und vielleicht führt er uns nun zum Ziele. Heute noch müssen wir davon reden, morgen uelleicht können wir schon ans Werk gehen, dann aber endlich — vorwärts das Kartell! 15