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Der jüdische Student · 1928-08-01 · Heft 4 (August 1928) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
25 (1928)
Issue
Heft 4 (August 1928)
Date
1928-08-01
Page
[Seite] (sequence 14)
Language
German
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v/ährend doch nur gute und schlechte Rhetoriker zu unterscheide;; •waren. Und unsere jungen Generationen — eine erstaunliche, eine tief, erfreuliche Beobachtung — bestehen fast durchweg aus schlechten Rhuorikcm. Nicht, wie ich glaube, weil sie ohne Problematik oder rednerische Begabung oder ohne gedankliche Klarheit sind, sondern weil sie sachlicher, realistischer empfinden und vielleicht, weil sie ahnen, da:i es heute andere Maßstäbe für den zionistischen Wert der Bunde,, brikkr gibt. VI. Man mißverstehe mich nicht: alle Aufgaben, die wir uns in letzter Zeit gesetzt haben, sind wichtig und müssen durchgeführt werden, hh halte die Arbeit in den Jugendbünden für wesentlich, sobald das Kartei! dafür Kräfte freimachen kann. Wir müssen uns mehr um die Gemeindepolitik kümmern, wir müssen auch die Hochschulpolitik beobachten, ohne ihre Bedeutung zu überschätzen. Wir müssen vor allem unsere Krall der Keilarbeit widmen und werden hier schon in nächster Zeit versuchen, zu neuen Methoden zu kommen. Wir werden weiter ernsthaft versuchen müssen, unseren Einfluß in der Zionistischen Organisation in differenziertcrer Weise als bisher geltend zu machen und sie — gerade bei erfol-- . reicher Durchführung der Jewish Agency-Politik — zu stärken. Und endlich werden Erziehung unserer Menschen und klare geistige Haltung zur Umwelt stets wesentliche Forderungen für uns bleiben. Alle diese Aufgaben aber werden letzten Endes ohne Sinn, ohne Erfolg sein, und wir werden in dem circulus vitiosus einer als Ziel gesteckten Gallithpolitik gefangen bleiben, wenn unsere Menschen, schließlich wieder von der Realität des Lebens erfaßt, nicht die Kraft aufbringen, die letzte und einzige Konsequenz aus der einmal gefaßten Erkenntnis zu ziehen. Der zwingenden Realität der Existenz im Gallith muß eine zweifache stärkere Realität entgegengesetzt werden. VII. Zunächst die Realität des Bundes. Wir sind keine Jugendbewegung und wir werden unsere Menschen nicht gewinnen und wiedergewinnen können.- wie dies etwa unsere Jugendorganisationen tun. Wir müssen, wenn wir den menschlichen Konnex enger gestalten wollen, davon ausgehen, daß unsere Menschen heute in einem mehr oder weniger bürgerlichen Milieu wurzeln, und daß ihre außerberufhehen Interessen die eines gebildeten europäischen Bürgers sind. Diese ihre Interessen im Kartell zu konzentrieren, und zu versuchen, sie vom Kartell aus zu befriedigen, muß un>erc nächste Aufgabe sein. Schon im kommenden Semester werden wir in den neu eingerichteten Räumen unseres Berliner Hauses die ersten Versuche hierzu machen, und die anderen Verbindungen werden hierin folgen. Schwierig wird es sein, die vielen einzelnen über das Land verstreuten Bundesbrüder zu erfassen, aber hier wird ein intensiver Gedankenaustausch, das Wissen bei uns im Präsidium um das Ergehen dieser Menschen und das Bewußtsein bei ihnen, daß im Kartell ein starkes Leben pulsiert, vieles ausgleichen. Daß auch Tagungen wie das eben ver- 14

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