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Der jüdische Student · 1928-08-01 · Heft 4 (August 1928) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
25 (1928)
Issue
Heft 4 (August 1928)
Date
1928-08-01
Page
[Seite] (sequence 13)
Language
German
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nach clor Baitour-Deklaration änderte sieh nun j.i in die-er l-.nsicht auch die Lage des Kartells entscheidend. Wir konnten ei:u an lere, heuere Probe für unsere Gesinnung ablegen: die Uehjrsiedluug n:eh Palästina. Bis auf die wenigen Bundesbrüder, die heute im Laude kl:::, haben wir das nicht getan, das Kartell als solches hat die Idee der C.:hiziu;h nicht in seinen Reihen durchführen können. Warum nicht? HL Vor dem Kriege war Palästina eine Idee, unsere Realität das Galuth. Heute ist Palästina eine Realität, diu uusrige aber immer noch das Gallith. Unsere Menschen sind so in dieser Welt verwurzelt, daß se nicht die Kraft haben, sich von dem Leben hier loszulösen. Unendlich viele Fäden verbinden sie mit dem Galuth, und ihre Liebe zum Zionismus ist nicht stark genug, diese zu zerreißen. Der in der Jugend gewoniiinc und oft genug nicht verlorene Idealismus ist von dem Realismus dts täglichen Lebens beiseite gedrängt worden und eine — oft schmerziieie — Resignation und manchmal auch eine unklare Hoffnung ist geblieben. Daß so die Kraft des Einzelnen, des durchschnittlichen Bundesbriders, zur Uebersiedlung nicht ausreichte und heute nicht ausreicht, ist eine Tatsache, mit der man rechnen muß. Was aber tat das Kartdl hierzu? IV. Zuerst nach dem Kriege versuchte man ernstlich, die Idee der Chaluziuth zu verwirklichen, ohne damals zu wissen, daß Chalu/.iuth eine vielfältige Form sein kann, und daß man danach trachten muß, für einen Kreis, wie das Kartell, eine ihm entsprechende Form der Ue'bersiedlung zu finden. Diese Versuche hörten aber schon lange vor der Krise in Palästina auf, und nicht, wie manchmal fälschlich behauptet wind, an der schlechten Konjunktur in Palästina, sondern an der Unfäk'gkcit des Kartells, den Gedanken der Chaluziuth als seine Aufgabe durdizuführcu, scheiterten diese ersten Bestrebungen. Man wird hierfür vieCe Gründe anführen können, die eigentliche Ursache war die,- daß man Chaluziuth zu predigen versuchte, daß man mit Worten den Menschen öie Ueberzeugung beibringen wollte, daß sie sich aus ihrem bisherigen Ltben fortreißen müßten, anstatt schlicht und still an die Arbeit zu gehen. Niemals bisher hat das Kartell als solches seine Palästinaaufgabe gehabt, dk einzige Realität nicht nur des Einzelnen, auch des Kartells, blieb das Galuth. Jeder Bundesbruder, der hinüberging, konnte unserer Achtung sidier sein, ohne daß diese ausgereicht hätte, einen engen Konnex zwischen öim und uns zu schaffen. Später verfiel das Kartell, und unsere Kräfte waren nicht stark genug, auch nur die einfachsten Aufgaben eines Bundes zu erjüiieu. Doch was nun? V. Wir haben uns auf die vor dem Kriege einzig mögliche Betätigung zurückgezogen, wir leisen bestimmte wichtige Arbeiten,_ r— ohne Uebermaß an Elan — und wii--diskutieren. Das Wort ist auch htute noch der Maßstab für unsere zionistische Leistung, und so konnte man auf dem letzten Kartelltag von guten und schlechten Zioiurten sprechen, 13

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