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Der jüdische Student · 1928-08-01 · Heft 4 (August 1928) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
25 (1928)
Issue
Heft 4 (August 1928)
Date
1928-08-01
Page
[Seite] (sequence 11)
Language
German
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Tat zionistische Versammlungen besuchen, auch wenn sie kein Niveau haben, und zwar mit dem Willen, ernsthaft Anteil zu nehmen. Historie als Er/dehungsnüitel sei wichtig und notwendig aber es erfordere viel Zeit, sei nicht jedem adäquat und könne nur c;;ie sichernde Fundierung bedeuten, den politischen Willen weder schallen noch ersetzen. — Zu fördern sei in erster Linie alles, was geeignet ist, zionistische Realitäten zu venniiteln, vor allem also Hebräisch als Voraussetzung für tiie Kenntnis Palästinas. Bbr. L. ekus (Ruder V.J. St., Berlin) bespricht die Fragt der Auseinandersetzung der jüngeren Generation im Kartell mit der iiichi/iunistischen) Umweh Er behauptet, daß die Auseinandersetzung mit den bürgerlichen Kreisen sachlich nichts Neues bieten könne und verlangt: daher die Wendung nach links, insbesondere zu den Kreisen der kommunistischen Partei, die heute eine große Anziehungskraft für die jüdische Jugend ausübe. Diese Auseinandersetzung könne auch auf das innere Leben des Kartells befruchtend wirken. Er lehnt allerdings inhaltlich die kommunistische Ideologie ab, die er schon wegen ihres Marxismus mit der unseren nicht für vereinbar hält. Trotzdem müsse nach dieser Richtung im Kartell unbedingt etwas getan werden. Bbr. Eisenstadt (Maccabaea, Königsberg) behandelt die Frage der Erziehungsmittel für die Aufgabe der Annäherung des Kartells an die jüdische Wirklichkeit. Er fordert vor allem die Beschäftigung mit den Realitäten des jüdischen Lebens im Osten und als Voraussetzung hierzu die Erlernung von Jiddisch — außer Hebräisch. In seinem Schlußwort geht Bbr. Tuchler kurz auf die Diskussionsbemerkungen ein und betont vor allem gegenüber der sehr politisch gerichteten Ausführungen der Redner, daß er das Erziehungsziel emes j ud ais i e r t e n Zionisten aufgestellt habe. Die Erziehungsdebatte wurde auf Wunsch der Bundesbrüder am nächsten Tage nach der Abreise der Buudesbrüder Tuchler und Siliert unter Leitung von Bbr. Pollack vor der Gesamtheit der Campteilnehmer unter lebhafter Beteiligung der Bundesbrüder fortgesetzt. 3) Kritik. Aus den vielen Briefen an das Präsidium, aus zahlreichen mündlichen Aeußerungen der Bundesbrüder spricht die Freude über das gelungene Camp in Geisa. Für viele von ihnen war das Camp die erste gemeinsame Kartellveranstaltung, das erste K. J. V.-Erlebnis. Dies Wort ist nicht zu großspurig. Die große Zahl der Teilnehmer aus nahezu allen Korporationen, das erfreulich hohe Niveau der Debatten, das aktive Reagieren der B-iindesbrüder auf alle Veranstaltungen und die bundesbrüderliche Herzlichkeit zwischen Menschen, die einander eben erst kennen gelernt hatten, zeigten die Größe und Stärke des K. J. V., das all seineu zionistischen und nichtzionistischen Kritikern zum Trotz äußerst lebendig, das Träger der zionistischen Bewegung auch in Zukunft ist. Denn — das war wohl die erfreulichste Erfahrung dieses Camps -das K. J. V. h a t e i n e n ausgezeichneten Nachwuchs, dessen intellektueller und menschlicher Werf viel verspricht. 11

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